Das war also mein drittes Semester.

Auf­merk­sa­me Leser wer­den sich jetzt fra­gen: »Was zur Höl­le, die Alte ist doch schon längst ein Semes­ter wei­ter?« Das stimmt. Ich habe mich inner­lich glaub schlicht und ein­fach gewei­gert, mein drit­tes Semes­ter zu ver­blog­gen. Das lag einer­seits dar­an, dass ich das drit­te Semes­ter als das schlimms­te Semes­ter bis dato emp­fand: zu viel Auf­wand, Vor­le­sun­gen, Stress und kei­ne Semes­ter­fe­ri­en. Aber was sein muss, muss sein.

Die Vorlesungen

Grund­la­gen der Daten­aus­wer­tung: Oder auch »Sta­tis­tik«. Die Sta­tis­tik-Vor­le­sung fand immer don­ners­tag­abends statt, nach­dem ich schon zwei ande­re Vor­le­sun­gen hat­te (unter ande­rem BWL … ich mei­ne, BWL!). Da sich im kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaft­li­chen (Grund)Studium gefühlt fast alles um Stu­di­en dreht, und wir selbst auch Stu­di­en aus­wer­ten soll­ten oder zumin­dest die Aus­wer­tung der Stu­di­en ver­ste­hen, kommt man um Sta­tis­tik halt nicht her­um. Nun ist mein Abi schon eine Mil­lio­nen Jah­re her und mei­ne Mathe­kom­pe­tenz war damals schon eher mäßig. Im End­ef­fekt habe ich mir alles in einer Woche Selbst­stu­di­um bei­ge­bracht und bestan­den. (Kin­der, macht das bit­te nicht nach.) 

Metho­den­kom­pe­tenz – Ver­tie­fung Teil 2: Fort­füh­rung unse­rer Pro­jekts aus dem zwei­ten Semes­ter, das sich mit der prak­ti­schen Anwen­dung der Sta­tis­tik mit Hil­fe von SPSS (ein Pro­gramm zur sta­tis­ti­schen Daten­aus­wer­tung) beschäf­tig­te. Der Leis­tungs­nach­weis bestand aus einer For­schungs­ar­beit, einer Sekun­där­ana­ly­se, sprich: Man sucht sich einen Daten­satz aus, defi­niert sein For­schungs­the­ma, stellt Hypo­the­sen auf und über­prüft die­se dann mit Hil­fe des Daten­sat­zes und SPSS. Natür­lich begann ich mit die­ser Arbeit erst zwei bis drei Tage vor Abga­be, was damit ende­te, dass ich am Tag der Abga­be mein Fazit in zehn Minu­ten vor der Bil­bio­thek run­ter­schrei­ben muss­te, weil die­se frü­her zuge­macht hat­te, als ich fer­tig war. (Über­ra­schung!) Eine Kom­mi­li­to­nin druck­te mir mei­ne For­schungs­abeit nachts um halb zehn aus und ich leg­te sie mehr oder min­der gestresst vors Büro der Dozen­tin. (Kin­der, macht das bit­te nicht nach.) Ich bekam für die­se Arbeit tat­säch­lich eine sehr gute Note und bin mir sicher: Das auch nur, weil ich bei mei­ner Arbeit mehr Wert auf Typo­gra­fie und Design leg­te als auf Inhalt. Sie war wirk­lich sehr hübsch. Glück­lich wein­te ich mich an die­sem Tag in den Schlaf.

Ich esse ein Eis.
Hier esse ich ein Eis, um den Schmerz zu vergessen.

Betriebs­wirt­schaft­li­che Ana­lyse und Ent­schei­dung: Lang­jäh­ri­ge Blog-Leser wer­den sich noch an Zita­te erin­nern wie: »Heu­te ist der schöns­te Schul­tag mei­nes Lebens, denn heu­te habe ich mein BWL-Abitur hin­ter mir.« Tja. Konn­te ja kei­ner ahnen, dass ich fast zehn Jah­re spä­ter mor­gens um acht (klar, um den Hass noch mehr zu schü­ren) in einer BWL-Vor­le­sung sit­zen wür­de, die von Män­nern in gut sit­zen­den Anzü­gen gehal­ten wur­de, die alle­samt jün­ger waren als ich. Trotz des gan­zen Frusts, der sich in den drei Jah­ren Wirt­schafts­gym­na­si­um ange­sam­melt haben, blieb erstaun­lich viel hän­gen – was ich abso­lut trau­rig fin­de, weil ich BWL und Rech­nungs­we­sen wirk­lich sehr gehasst habe. Gelernt habe ich zwei Tage vor Klau­sur. (Kin­der, macht das bit­te nicht nach.) Bestan­den mit Bra­vour. Wer hät­te das gedacht.

Jour­na­lis­ti­sche Ver­tie­fung »Zukunft des Jour­na­lis­mus«: Was gibt es Schlim­me­res, als Grup­pen­ar­beit? Grup­pen­ar­bei­ten, in denen man neben dem Hal­ten einer Prä­sen­ta­ti­on zu sechst (!) einen For­schungs­be­richt schrei­ben muss. (Was zur Höl­le! Echt mal! Ich has­se die Uni dafür.) Aber, Jour­na­lis­tik, was soll ich dazu sagen. Durch die Vor­le­sung habe ich mich des­halb auch eher mäßig inter­es­siert durchgemogelt.

Ich esse Pommes.
Hier esse ich Pom­mes, um den Schmerz zu vergessen.

Grund­la­gen der Wer­bung: »Grund­la­gen der Wer­bung« bestand aus einer Vor­le­sung und 14-tägig statt­fin­de­nen Übung. Am Ende muss­ten wir eine Klau­sur schrei­ben (des­sen Note ich noch gar nicht erhal­ten habe) und ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zept für ein Start-up aus Ber­lin erstel­len. Auch wenn ich aus der Wer­be­bran­che kom­me, war vie­les für mich aus der Vor­le­sung kom­plett neu, was mich gefreut hat. (Theo­rie halt.) Das Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zept war ein Hei­den­auf­wand, aber die Mühe hat sich noten­tech­nisch gelohnt.

Fazit

Kin­der, macht das nicht nach.

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6 Comments

  1. Ich hab dei­nen Blog doch abon­niert gehabt! Bloglo­vin hat mich nur ver­arscht und erst jetzt sei­nen Post ange­zeigt… War ges­tern echt ver­wun­dert, dass ich dir anschei­nend nicht fol­gen würde… 

    Ich brau­che ja auch manch­mal ewig, im gewis­se Bei­trä­ge zu ver­fas­sen… Kann also gut ver­ste­hen, dass du erst jetzt von Semes­ter drei erzählst. 

    Sta­tis­tik stel­le ich mir grau­sam vor. Ich hab ja selbst im letz­ten Semes­ter gemerkt, wie mein Kopf sich nach 12 h Vor­le­sun­gen am Stück anfühlt… Und dann auch noch so ein Fach, was ich mir eher lang­wei­lig vor­stel­le. Also: Glück­wunsch zum Bestehen. 

    Sachen erst kurz vor Abga­be zu begin­nen, liegt mir gar nicht. Ich habe fast schon einen Zwang, alles immer sofort zu machen… Aber die Optik macht echt im Stu­di­um zu viel aus, fin­de ich. Also zumin­dest dann, wenn man spä­ter in Berufs­le­ben bestehen will, soll­te der Inhalt mei­ner Mei­nung nach mehr Beach­tung fin­den, auch wenn das für Stu­den­ten wie uns bei­de unprak­ti­scher ist. 

    Wer­bung und Jour­na­lis­mus sind Berei­che, die ich span­nend fin­de… Aber nur ohne gräss­li­che Gruppenarbeit! 

    So und jetzt, nach die­sem Post von dir füh­le ich mich ein­fach nur dumm. Ich ler­ne 2,5 Mona­te lang inten­siv für die Klau­su­ren und habe trotz­dem kei­ne ein­zi­ge gute Note zu verzeichnen… 

    Lie­be Grüße

  2. Lea

    Punkt 1: »Eine Kom­mi­li­to­nin druck­te mir mei­ne For­schungs­abeit nachts um halb zehn aus und ich leg­te sie mehr oder min­der gestresst vors Büro der Dozen­tin.« – genervt nicht, aber für sowas hat man Freunde! ’
    :kls #hihi

    Punkt 2: »…in einer BWL-Vor­­­le­­sung sit­zen wür­de, die von Män­nern in gut sit­zen­den Anzü­gen gehal­ten wur­de, die alle­samt jün­ger waren als ich.« – Gut sit­zend ist ein Gerücht. Das war optisch eher fragwürdig. 

    Leo out. *Mic drop.*

    • Dan­ke! Habe gra­de den Mund auf­ge­macht, um laut los­zu­schimp­fen, dass »gut sit­zend« ja wohl eher was ande­res ist.
      »Halb­star­ke Bur­schen in schlecht sit­zen­den Anzü­gen« trifft die Sache eher. (Darf ich das in mei­nem Alter über­haupt sagen?)

      Ansons­ten, lie­be Jen­ny, bin ich sehr beru­higt, dass nicht nur mein drit­tes Semes­ter so ver­lau­fen ist.

  3. Haha! Mei­ne Profs sind auch zur Hälf­te jün­ger als ich, außer­dem aus­nahms­los alle männ­lich, auch immer wie­der schön.

    Ich freue mich ja immer noch wie Bol­le, dass ich, nach dem anfäng­li­chen lei­sen Neid, als du damals™ dei­nen Stu­di­ums­be­ginn pos­te­test [sic], jetzt auch stu­die­re. HA!1 Aller­dings neben­be­ruf­lich, mit 100% Job. Malsehen.

    [Da ich ganz am Anfang des 1. Semes­ters ste­he, bewer­te ich bes­ser mal noch nix.]

    • Jenny

      Dan­ke. :)

      Respekt, wirk­lich! Ich fin­de das Voll­zeit­stu­di­um schon sehr anst­re­gend mit job­ben neben­her. Ich drü­cke Dir ganz fest die Daumen!

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