Ein Wochenende in Nürnberg.

Nürnberg von oben

Seit dem 1. Oktober bin ich also offiziell meine Arbeit los und Studentin. Ich habe mir überlegt, was ich mit meiner neu gewonnen Freizeit machen soll, und habe dann vor ein paar Wochen beschlossen, die ersten arbeitsfreien Tagen bis zu den Vorlesungen ein bisschen zu gammeln, durch die Gegend zu gurken und meine Familie abzugrasen, die ja inzwischen überall und nirgendwo lebt (also irgendwo zwischen Bayern, dem Saarland und Baden-Württemberg). Die erste Station war Nürnberg; dort wohnt derzeit mein Bruder, der im Rahmen seines Studiums ein dreimonatiges Praktikum absolviert und mir außerdem eine Pizza versprach.

Für Pizza setze ich mich bekanntermaßen gerne mal drei Stunden in einen Fernbus, um für niedliche neun Euro nach Nürnberg zu fahren. Ich war noch nie in Nürnberg. Meine gespeicherten Hardfacts: Nürnberg liegt in Bayern - sorry, Franken! - und irgendwas mit "Nürnberger Gesetze", ich prahle ungerne mit meinem geschichtlichen Nicht-Wissen. Ich ließ mich also einfach mal von Nürnberg überraschen.

Tatsächlich ist Nürnberg sehr schön. Freitagabend sah ich zwar die meiste Zeit nur eine Karaoke-Bar von innen, aber der Samstag war dann, auch dank des prima Wetters, eine echte Wucht. Ich bin es ja nicht gewohnt, in einer schönen Stadt zu wohnen (sorry, Stuttgart, no offense) und habe deshalb eine Faible für schöne Altstadtzentren. Zwar gibt es tatsächlich Städte mit einer, ich sage mal: größeren und schickeren Altstadt; aber Nürnberg kann ja heute auch nix mehr für die Bombenangriffe aus dem zweiten Weltkrieg.

Ich bin auch nicht so der Typ, der sich gerne in Museen herumtreibt, trotzdem waren wir im Albrecht-Dürer-Haus und haben uns das Innere des Hauses des bekannten Malers angeschaut. Es war eine Audio-Tour aus Sicht seiner Frau, und es war tatsächlich sehr interessant; vor allem die alte und kleine Küche hat es mir angetan. Generell finde ich es immer sehr spannend zu erfahren, wie Menschen früher so gewohnt haben, auch wenn ich ein Abort in der Küche eher unappetitlich finde, aber okay.
Ansonsten waren wir noch im Fembohaus - dort war auch eine Ausstellung, die ich aber nicht so interessant fand, was sich darin bestätigt, dass ich schon wieder vergessen habe, um was es ging. Und natürlich waren wir auch auf der Nürnberger Burg - auf dem Turm. Und den fünfzig Meter tiefen Brunnen haben wir uns dann halt auch gleich angeschaut.

U-Bahn-Station in Nürnberg
Ab geht's in town.
Vor einem kleinen Geschäft
Hi!
Nürnberger Hauswand
Eine schönes Dingsbums an einer Hauswand. <3[/caption] [caption id="attachment_3536" align="aligncenter" width="2400"]Altstadt-Gasse Nürnberg Die wohl schöneste Altstadt-Gasse Nürnbergs, habe ich mir sagen lassen.
Lorenzkirche Nürnberg
Die Lorenzkirche.
Hauswände in Nürnberg
Fachwerkhäuser ftw!
Vor der Lorenzkirche
Ich so.

Gegen Nachmittag waren wir dann im The Tasty Leaf, einem veganen Restaurant in der Nähe des Hauptbahnhofes. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass vegane Restaurants sehr oft und schnell ausgebucht sind an den Wochenenden, deshalb waren wir Punkt halb sechs dort und haben die letzten beiden freien Plätze erwischt. Ich hatte eine Kokos-Curry-Suppe und Gnocchi mit Butternut-Kürbis-Ragout an Reis-Sahnesauce und es war sehr lecker.

Kokos-Curry-Suppe im "The Tasty Leaf" in Nürnberg
Kokos-Curry-Suppe im "The Tasty Leaf" in Nürnberg.
Gnocchi mit feinem Butternut-Kürbis-Ragout an würziger Reis-Sahnesauce
Gnocchi mit feinem Butternut-Kürbis-Ragout an würziger Reis-Sahnesauce.

Um viertel vor Mitternacht sind wir dann noch in The Visit ins Kino. Horrorfilme stehen immer auf dem Programm, wenn ich meinen Bruder besuche, da sich meine Umwelt generell nicht so gerne im Kino gruselt und alleine tue ich mir das auch nicht gerne an, sonst kann ich nachts nicht mehr einschlafen.

Heute, an unserem letzten Tag, haben wir dann einen faulen Sonntag gemacht. War auch okay, es hat geschifft ohne Ende und wir waren auch müde von den zwei eher längeren Abenden davor. Ich habe nebenher etwas gearbeitet, wir schauten dann noch Oben auf Netflix (ich musste schon während der ersten fünf Minuten hemmungslos heulen) und nachher ziehen wir uns noch ein paar Folgen von The Good Wife rein.

Und morgen geht es dann um halb neun weiter mit dem Fernbus nach München, wo ich meine Mutter besuche. Was wir dann in München treiben - das entscheiden wir spontan. Ein veganes Restaurant steht auf jeden Fall auch auf dem Plan. <3

8 Comments

  1. tb

    Wer/wo/weshalb lun­gert denn im Saar­land herum?

    –tb

  2. Dei­ne Fami­li­en­ver­streu­ung ist ja ein Witz, alles im Süden.

    Und wegen Nürn­ber­ger Geset­zen: Du meinst sicher die Nürn­ber­ger Pro­zes­se nach dem zwei­ten Welt­krieg bei denen vie­le Nazi-Füh­rungs­leu­te als Kriegs­ver­bre­cher o.Ä. ange­klagt wurden.

  3. Schön zu sehen, wie „Frem­de“ die Hei­mat sehen. Eigent­lich ist es gar nicht mei­ne Hei­mat, aber ich war da ab und an auch mal, weil das eben die größ­te Stadt in der Nähe mei­nes Dorf–Daheims ist. Ich selbst fin­de Nürn­berg eigent­lich nur durch­schnitt­lich schön, aber gut.. das ist glau­be ich immer so.
    Hier in Pots­dam wur­de ich übri­gens letz­tens als blö­de Kuh aus Bay­ern beschimpft, weil ich kurz­vor ihrer Aus­fahrt geparkt habe, um ein Auto vor­bei­zu­las­sen. Ich dach­te in dem Moment ernst­haft dar­über nach, ob ich das mit Fran­ken erwäh­nen soll­te.. :D

    • Jenny

      Ich glau­be, man gewöhnt sich schnell an die eige­ne Stadt, auch, wenn die Stadt tat­säch­lich eine schö­ne ist. 

      Zu Dei­ner Sto­ry: TROLOL. :D

  4. Hach, Nermberch. ♥

    Und es gab die Nürn­ber­ger Geset­ze: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Nürnberger_Gesetze
    Ein Grund, war­um nach dem Krieg auch die Pro­zes­se dort stattfanden.

totop