Is this the real life or just stress?

Work hard, play hard

Hät­te mir mal jemand erzählt, dass ich im Arbeits­le­ben noch nie gestresst war wie heu­te in der Uni, hät­te ich ihn ver­mut­lich aus­ge­lacht. Das der­zei­ti­ge drit­te Semes­ter ist bis­her das anstren­gends­te: Grup­pen­ar­beit um Grup­pen­ar­beit hängt sich anein­an­der (eine Prä­sen­ta­ti­on, eine Fall­stu­die und ein Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kon­zept für ein Start­up), vier Klau­su­ren wol­len noch gemeis­tert und eine For­schungs­ar­beit geschrie­ben wer­den. Ganz zu schwei­gen davon, dass ich neben­her noch zwei Mal die Woche einen hal­ben Tag arbeite.

Ich glau­be, was mich am meis­ten anstrengt, ist, dass es kei­nen Rhyth­mus gibt und somit kei­ne Rou­ti­ne. Auf­ste­hen, zur Arbeit gehen, Mit­tags­pau­se haben, wei­ter­ar­bei­ten bis zum Fei­er­abend und dann sich nicht mehr küm­mern müs­sen bis zum nächs­ten Arbeits­tag. Die Wochen­en­den frei haben. Das war schön. Das ist was ganz ande­res als in die Vor­le­sun­gen gehen, sich täg­lich aufs Neue über­le­gen müs­sen, wie man Uni, Arbeit und die Koor­di­na­ti­on der vie­len Grup­pen­ar­bei­ten unter einen Hut bringt (vor allem, wenn sich für letz­te­res eher wenig Leu­te aktiv ein­brin­gen). Das Gam­meln über Weih­nach­ten und Sil­ves­ter klappt auch nicht, weil die nächs­ten Klau­su­ren anstehen.

Ich glau­be, was mir momen­tan am meis­ten fehlt, ist das Abschal­ten. Ich über­le­ge eigent­lich dau­ernd, wie ich was mache und pla­ne – und das ist das, was mich tat­säch­lich an Kraft kos­tet. Das stän­di­ge dar­über Nach­den­ken, wie man was angeht.

Ich bin ehr­lich gesagt gera­de ziem­lich grog­gy. Ich has­se es, wenn Men­schen stän­dig beto­nen, wie gestresst sie sind, aber in letz­ter Zeit bin ich einer von ihnen gewor­den. »Wie geht’s Dir?« »Uni ist halt gera­de ziem­lich stres­sig und sonst geht hier nicht viel.« 

Mein Kör­per ver­mit­telt mir gera­de auch recht deut­lich, mal einen Schritt kür­zer zu tre­ten, um nicht über die eige­nen Füße zu fal­len. Mei­ne Ohren haben gera­de wie­der ange­fan­gen mit rau­schen und ich fra­ge mich, wie man es abstel­len kann, zu viel über Din­ge nachzudenken.

Aber na ja, was soll ich sagen. Nach der Woche fängt die vor­le­sungs­freie Zeit an und ich freue mich, dass ich ein paar Tage Zeit habe, alles auf­zu­ar­bei­ten, ohne dass stän­dig Neu­es dazu­kommt. Scha­de ist, dass ich Sil­ves­ter in Frank­furt nicht völ­lig ent­spannt fei­ern kann, aber viel­leicht ist das die Kunst, die ich noch ler­nen muss: mei­ne Auf­ga­ben im Hin­ter­kopf zu haben und trotz­dem ent­spannt zu bleiben.

4 Comments

  1. stu­die­ren ist wie frei­be­ruf­ler, bloß ohne dass man bezahlt wird…

  2. Ohne jetzt Salz in die Wun­de streu­en zu wol­len, aber nach lesen die­ses Posts bin ich noch mal glück­li­cher, die Uni hin­ter mir zu haben. Seit Früh­jahr bin ich jetzt in einem gere­gel­ten Job und habe zunächst schwer damit zu kämp­fen gehabt, plötz­lich so wenig Zeit zur frei­en Ver­fü­gung gehabt zu haben. Aber jetzt, wo ich mich dran gewöhnt habe (und der­zeit Dank Rest­ur­laub eh nur 3 Tage die Woche arbei­te, höhö), füh­le ich mich im Arbeits­le­ben ange­kom­men. Klar könn­te es im Job weni­ger Stress, mehr Hil­fe und Zeit sein – aber dafür komm ich tat­säch­lich (mal frü­her, mal spä­ter) nach Hau­se und den­ke min­des­tens herr­li­che 12 Stun­den nicht mehr an das, was mich da erwar­tet. Das ist schon echt gut. 

    Ich weiß, das hat jetzt nichts gehol­fen. Und das Fol­gen­de hilft genau­so wenig, aber: U go, girl!

  3. Ohje – dein ers­ter Absatz klingt nach dem reins­ten Alb­traum – ich mag kei­ne Grup­pen­ar­bei­ten und Klau­su­ren set­zen mich so sehr unter Druck… Mir ist gera­de schon mein ers­tes Semes­ter mit 36–40h Vor­le­sun­gen pro Woche und 6 3-stün­di­gen Online­tests (müs­sen feh­ler­frei sein, sonst darf man den Test noch mal machen, 10 Ver­su­che, sonst das Fach im nächs­ten Jahr wie­der­ho­len…) zusätz­lich zu den Klau­su­ren schon zu viel… :(

    Die Rou­ti­ne fehlt mir dabei auch sehr – weil dir Vor­le­sun­gen ziem­lich will­kür­lich lie­gen und sich meist auf 6 Wochen­ta­ge ver­tei­len. Genau wie du den­ke ich da per­ma­nent dar­über nach, wie ich alles unter einen Hut bekom­men soll. Wirk­lich frei ist mein Kopf da auch am Sonn­tag nicht -und auch die zwei frei­en Wochen wer­den wenig entspannt. 

    Ich mer­ke die Aus­ge­laugt­heit auch – ab und zu muss ich ein­fach mal 2 Stun­den län­ger schla­fen, um über­haupt wie­der den­ken und funk­tio­nie­ren zu können.

    Lie­be Grü­ße und ich hof­fe, du kannst dich an den frei­en Tagen wenigs­tens etwas erholen!

  4. Urgs stimmt, genau­so ist es… trotz­dem moch­te ich stu­die­ren echt ger­ne. Aber da war ich auch noch jün­ger – jetzt wür­de ich bei Grup­pen­ar­bei­ten auch eine Kri­se kriegen!

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