Mein Name ist mein Name und bleibt mein Name.

Mr. & Mrs.

Ich kom­me in einen Alters­ab­schnitt, in dem gewis­se Din­ge von einem erwar­tet wer­den: Hoch­zeit, Haus bau­en, Fami­lie grün­den. Ich muss­te ver­mehrt fest­stel­len, dass mei­ne Ansich­ten zum The­ma Hoch­zeit, Fami­lie oder Kin­der sich sehr oft von den ande­ren Mei­nun­gen unter­schie­den, und zwar eher in einer eher … wie soll ich sagen … Wei­se, die von der gesell­schaft­li­chen Den­ke weggeht.

Das ers­te Mal, als ich unter ande­rem so rich­tig mit die­sen klas­si­schen Wer­ten – was Mann, Frau und Fami­le angeht – kon­fron­tiert wur­de, war mei­ne Hoch­zeit. Es wur­de dar­über gespro­chen, wie man die Hoch­zeit orga­ni­sie­re, ob man kirch­lich hei­ra­te, und wie das mit dem Namen ist. In unse­rem Fal­le haben wir bei­de unse­re Namen behal­ten. Für den Mann war das gar kei­ne Opti­on, einen ande­ren Namen anzu­neh­men, für mich aller­dings auch nicht, sei­nen anzu­neh­men. Und so war das für uns auch schon geklärt. Man­che Men­schen, ins­be­son­de­re Frau­en, konn­ten das aller­dings schlicht­weg gar nicht so rich­tig verstehen. 

Ich weiß, dass es in Deutsch­land tra­di­tio­nell so ist, dass die Frau den Namen des Man­nes annimmt. Die meis­ten Frau­en wer­den dar­auf ja mehr oder weni­ger getrimmt und machen das ver­mut­lich auch oft, ohne das groß zu hin­ter­fra­gen – genau so wie der Mann, der den Nach­na­mens ja fort­tra­gen soll. Und des­halb ver­ste­he ich auch die Fra­gen und ein biss­chen auch den Arg­wohn der Men­schen – denn wir sind nun mal Gewohn­heits­tie­re und größ­ten­teils wohl eher tra­di­tio­nell angehaucht.

Mir ging das Gefra­ge aller­dings trotz­dem nach gewis­ser Zeit auf den Sen­kel, vor allem, weil die meis­ten nicht ehr­lich an einer Ant­wort inter­es­siert waren son­dern impli­ziert wur­de, dass da was nicht stim­me. Auch wenn es ver­mut­lich oft nicht so gemeint war, haben sich Sät­ze wie »das fin­de ich ja frag­wür­dig«, »Du kannst Dei­nen Namen im Nach­hin­ein ja noch ändern« oder »Du musst auch immer alles anders machen, als man es von Dir erwar­tet« sehr deut­lich in mein Gedächt­nis gebrannt.
Ein­mal wur­de mir auch schon unter­stellt, ich wür­den den Mann nicht genug lie­ben (anders­rum galt das aller­dings nicht). Oder mich gar irgend­wann schei­den las­sen wol­len. Und auch, wenn das ganz und gar nicht roman­tisch klingt: Einen Namen bekommt nicht »ein­fach so« zurück, auch nicht nach einer Schei­dung. Das war für mich zwar kei­ner der Grün­de, mei­nen Namen zu behal­ten, soll­te man aber im Hin­ter­kopf behalten.

Ich habe irgend­wann gemerkt, dass Gegen­fra­gen stel­len ein rela­tiv gutes Kon­zept ist, die Leu­te zum Reflek­tie­ren zu brin­gen, weil sie Dir, wenn Du eine Ant­wort gibst, gar nicht wirk­lich zuhö­ren. Sie wol­len Dich eigent­lich nicht ver­ste­hen, son­dern Dir ein­fach nur ihre Mei­nung aufdrücken.
Als eine Freun­din bei­spiels­wei­se so vor sich hin­schwärm­te, das sei doch so schön, wenn man gleich hei­ße, war­um ich das denn nicht wol­le, habe ich sie gefragt, war­um sie denn ihren Namen abge­ge­ben hat­te, und nicht der Mann den ihren trägt. Die­se Fra­ge ist eigent­lich sehr sim­pel, bringt vie­le aber schon ins Strau­cheln und in eine Art Ver­tei­di­gungs­mo­dus – es ist den betrof­fe­nen Frau­en unan­ge­nehm, da sie sich selbst als eman­zi­piert sehen: Weni­ge Frau­en fin­den es noch nor­mal, wenn sich eine Frau dem Mann unter­ord­net, vie­le tun es aber den­noch, obgleich auch nur for­mell. »Er hat den schö­ne­ren Namen«, »er ist der ein­zig Soh­ne der Fami­lie (der hei­ra­tet)« oder »ich hän­ge eh nicht so an mei­nem Namen« sind vie­le der Ant­wor­ten, die ich dann dar­auf­hin schon gehört habe.

Es ist natür­lich, wie bei allem, eine per­sön­li­che Sache, und jeder soll das so machen, wie er möch­te – jeder hat sei­ne Grün­de, ob es nun eben der tra­di­tio­nel­le Weg ist oder die Mög­lich­keit, sei­nen Nach­na­men abzu­ge­ben, weil man ihn aus fami­liä­ren und per­sön­li­che­ren Grün­den nicht mag. Trotz­dem wür­de ich so weit gehen und behaup­ten, dass es meist eine gelern­te Sache ist – ich ken­ne eini­ge jun­ge Frau­en, die nicht mal wuss­ten, dass sie ihren Namen behal­ten kön­nen. (Ja, trau­rig – aber wahr.)

Ich per­sön­lich mag mei­nen Namen und wür­de ihn für kein Geld der Welt weg­ge­ben. Dass ein gemein­sa­mer Nach­na­me zwei Men­schen näher zusam­men­rückt, ist auch eine häu­fig gen­n­an­te The­se – für mich aller­dings Hum­bug. Ich wür­de mich dem Mann weder näher füh­len noch mich plötz­lich distan­zier­ter zu mei­ner Fami­lie, nur weil der Name anders ist. Mein Name ist mei­ne Iden­ti­tät, in die­ser füh­le ich mich wohl und möch­te sie nicht »ein­fach so weggeben«. 

Die Sache ist somit rela­tiv sim­pel: Mein Name ist mein Name und bleibt auch mein Name. Und mei­ne Identität.

37 Comments

  1. Oh Jen­ny, du sprichst mir so aus dem Her­zen. Ich sehe das abso­lut genau­so wie du. Ich wer­de auch auf jeden Fall mei­nen Namen behal­ten, weil es eben mein Name ist. Genau wie mein Vor­na­me es ist.
    Ich ver­ste­he nicht, wie Frau­en ande­ren Frau­en dafür ein schlech­tes Gewis­sen machen kön­nen. Aber soll­te ich auch irgend­wann mal die­se Sät­ze zu hören bekom­men, wer­de ich so kon­tern wie du. Danke!

  2. Ich hab als Kind immer gesagt, wenn ich hei­ra­te nehm ich den Namen mei­nes Bräu­ti­gams an. Weil unser Nach­na­me aus Slo­we­ni­en kommt (wir aller­dings nicht und uns ver­bin­det auch nicht mit Slo­we­ni­en) ist er schwer zu schrie­ben und aus­zu­spre­chen und als Kind fand ich das eben ganz furchtbar.
    Inzwi­schen ist es anders. Er gehört irgend­wie zu mir. Trotz­dem bleibt mir in Erin­ne­rung wie sehr ich ihn als Kind gehasst habe und dass ich mir gedacht habe »Das tu ich mei­nen Kin­dern nicht an.«
    Aber ganz ehr­lich – war­um das behal­ten des Nach­na­mens schlecht gemacht wird ist mir ein Rätsel…

    • Jenny

      Man­che Din­ge macht man eben ganz auto­ma­tisch. Wenn dann einer kommt, der das total anders macht, fängt man oft ab die­sem Moment an, über gewis­se Din­ge nach­zu­den­ken und zu reflek­tie­ren, da pas­siert so was schon mal (vor)schnell.

  3. R.

    Es gibt vier wesent­li­che Möglichkeiten:

    Man nimmt den des Mannes,
    man nimmt den der Frau,
    man nimmt einen Dop­pel-Namen (Fau/Mann – Mann/Frau)
    jeder behält sei­nen eigenen.

    Und es ist über­haupt nicht not­wen­dig, sich für eine die­ser vier Vari­an­ten zu rechtfertigen.
    Genau­so wenig wie es not­wen­dig ist, wenn man sich für eine Vari­an­te ent­schie­den hat, dann einem ande­ren Grün­de zu unterstellen/Spekulationen anzu­stel­len, war­um die­ser aus den ver­blei­ben­den ande­ren drei Model­len eine Vari­an­te gewählt hat. Das soll­te also in bei­de Rich­tun­gen gelten.

    • Grund­sätz­lich gebe ich dir Recht. Aber als Gegen­fra­ge find ich das schon gerecht­fer­tigt. Gera­de wenn man dann merkt, dass es eben doch vie­le da nicht wirk­lich drü­ber reflek­tie­ren, son­dern auto­ma­tisch die tra­di­tio­nel­le Vari­an­te wäh­len. Und Auto­ma­tis­men soll­te man immer hinterfragen.

      • Jenny

        (Edit: Habe gera­de erst gese­hen, dass sich Hen­nings Kom­men­tar gar nicht auf mei­nen Text bezieht.)

        Ja, so ist es.

        (Ich fin­de das »dar­über spre­chen« gene­rell völ­lig in Ord­nung und ich erklä­re auch ger­ne oder las­se mir auch ger­ne erklä­ren. Man merkt nur schnell, ob einer wirk­lich Inter­es­se am The­ma hat oder nur sei­nen Senf dazu abge­ben will, ohne dem ande­ren wirk­lich zuzu­hö­ren. Dar­um ging es mir eigent­lich in ers­ter Linie.)

    • Jenny

      Amen! Das soll­te selbst­ver­ständ­lich auf bei­den Sei­ten gelten.

  4. @Jenny
    Du sprichst mir auch voll aus der See­le. Nur ganz am Ende, ob man sich mit einem gemein­sa­men Nach­na­men am Ende irgend­wie ver­bun­de­ner fühlt, ist schwer zu beur­tei­len, wenn man es nicht pro­biert hat, den­ke ich. Es macht schon irgend­wie was aus, dass mei­ne Frau jetzt den glei­chen Nach­na­men hat wie ich. Wobei das viel­leicht noch mehr für den Rest der Ver­wandt­schaft gilt. Hab auch öfter erlebt, dass sie zu ihr sag­ten »Jetzt bist du auch eine xyz«. Man wird halt qua­si Teil der Com­mu­ni­ty und trägt auch das »Erken­nungs­zei­chen«. Wobei das natür­lich sowie­so nicht alle tra­gen. Also kurz­um: Bei dem Punkt bin ich nicht ganz bei dir, wobei das sowie­so immer indi­vi­du­ell ist.

    Aber ansons­ten – und das ist ja auch der wich­ti­ge­re Teil – vol­le Zustim­mung. Vor allem, dass es in bei­de Rich­tun­gen gleich sein sollte.

    • Jenny

      Ja, das stimmt, das merkt man viel­leicht erst spä­ter. Gene­rell gibt es da aber ver­mut­lich davor schon eine Ten­denz; man denkt ja dar­über nach, wie was wäre. War bei mir zumin­dest so.

  5. Jörg

    Selbst 7 Jah­re, nach dem ich den Nach­na­men mei­ner Frau ange­nom­men habe, gibt es Men­schen, die sich wei­gern mich in ihrem Tele­fon umzubenennen.
    Tat­säch­lich bekam auch ich die meis­ten nega­ti­ven Reak­tio­nen von Frauen.

    • Jenny

      Bei Män­nern ist das, habe ich schon öfters fest­ge­stellt, fast noch ein sen­si­ble­res The­ma, weil Nach­na­men abge­ben oft­mals mit »Männ­lich­keit abge­ben« gleich­ge­setzt wird. Sehr, sehr krass. Fin­de ich auch erschütternd.

    • Einer mei­ner Leh­rer in der Schu­le hieß nach den Feri­en mal plötz­lich anders.
      Als Ant­wort auf die Fra­ge, wie­so, kam: »Weil ich vor­her Wol­low­sky hieß!«*
      Damit haben sich alle abge­fun­den :D

  6. Laura

    Falls mein Freund und ich je hei­ra­ten soll­ten, wer­den wir bei­de wohl unse­re Namen behal­ten. Wir sind bei­de Wis­sen­schaft­ler und haben bereits ver­öf­fent­licht, dem­entspre­chend wäre es rein kar­rie­re­tech­nisch kei­ne gute Idee, einen ande­ren Namen anzu­neh­men. Mein Freund wür­de aller­dings auch dar­über nach­den­ken, einen Dop­pel­na­men anzu­neh­men. Für mich käme das nicht in Fra­ge. Auch wenn ich kei­ne beson­de­re Ver­bin­dung zu mei­nem (Allerwelts-)Nachnamen habe, ich trag ihn jetzt schon so lan­ge, dass ich mich ganz gut an ihn gewöhnt habe.
    In unse­rem Umfeld (eben­falls größ­ten­teils Wis­sen­schaft­ler) ist es voll­kom­men üblich, sei­nen Namen nach der Hoch­zeit nicht zu ändern (oder maxi­mal einen Dop­pel­na­men zu füh­ren). Ich hat­te bei einer guten Freun­din, die ihren Namen nach der Hoch­zeit geän­dert hat, hin­ge­gen mona­te­lang Pro­ble­me, mich an den neu­en Namen zu gewöhnen.

    Schwie­rig fin­de ich das The­ma nur, wenn es um gemein­sa­me Kin­der geht. Bei einer Fami­lie im Freun­des­kreis heißt die Mut­ter anders als Mann und Kin­der, was in der Schu­le bei neu­en LehrerInnen/ Sekre­tä­rIn­nen ger­ne mal für Ver­wir­rung sorgt, und die Mut­ter erst­mal erklä­ren muss dass sie auch wirk­lich die Mut­ter ist. Ich kann ver­ste­hen, wenn die Fami­lie gern einen gemein­sa­men Nach­na­men hat – aber war­um das dann immer der Name des Man­nes sein muss, erschließt sich mir auch nicht.

    • Jenny

      Im wis­sen­schaft­li­chen Bereich ist tat­säch­lich durch­aus sinn­voll und gän­gig, das stimmt.

      Ja, beim The­ma Kin­der ist das schon eine etwas kom­pli­zier­te­re Sache – aller­dings ist das halt etwas, an das man sich gewöh­nen kann. Gibt ja z. B. auch genug unver­hei­ra­te­te Paa­re, bei denen das gut funktioniert.

  7. Novemberwolke

    Ich hän­ge ja per­sön­lich nicht so an mei­nem Nach­na­men (auch wenn er ganz okay ist und ich noch nicht weiß, was nach einer Hoch­zeit auf mich war­tet) und mei­ne Ant­wort (bzw. auch manch­mal Recht­fer­ti­gung gegen einen Dop­pel­na­men bzw. mei­nen zu behal­ten) ist immer: Ich hab mei­nen Nach­na­men jetzt seit 31 Jah­ren, wird Zeit für was Neu­es. ;) Aber ein Hoch auf die Frei­heit sel­ber ent­schei­den zu kön­nen, wel­chen Namen man tra­gen möch­te. Und die Hoff­nung, dass das mög­lichst bald allen Frau­en und Män­nern bewusst ist.

    • Jenny

      Lus­ti­ger­wei­se bin ich auch eher der Typ, der Ver­än­de­run­gen begrüßt und auch mag, in die­sem Fall war es komi­scher­wei­se nicht so. Da hängt dann doch mehr dran.

  8. Ich fin­de es als Mann auch sehr befremd­lich, dass grund­sätz­lich davon aus­ge­gan­gen wird, dass die Frau den Namen des Man­nes annimmt und hat­te ent­spre­chend gar kei­ne Erwar­tung dies­be­züg­lich an mei­ne Verlobte.
    Sie hat (für sich) dann einen Dop­pel­na­men gewählt wäh­rend ich bei mei­nem (Einzel-)Namen geblie­ben bin. Das geht näm­lich auch und erwei­tert die Lis­te der Möglichkeiten.

    Ich erin­ne­re mich noch, wie es im Kol­le­gen­kreis eini­ge Irri­ta­tio­nen her­vor­ge­ru­fen hat­te, dass mei­ne Frau nicht ein­fach so hei­ßen wür­de wie ich und den­ke, das ist aus Män­ner­sicht so ein biss­chen archai­sches Revier(markierungs)verhalten mit dem Namen. Auf dass jeder sehe, wem das Weib von nun an gehö­ren mag! (Oder so ähnlich…)

    Wie habt ihr das mit dem Ehe­na­men, der bei der Ehe­schlie­ßung fest­ge­legt wer­den soll­te und der Name poten­ti­el­ler Kin­der sein wird, gelöst?
    Eine qua­si gleich­be­rech­tig­te Doppelnamen’verwendung’ ist da, glau­be ich, nicht zulässig.

    • Jenny

      Da stim­me ich Dir voll und ganz zu. :)

      Das ist eigent­lich rela­tiv ein­fach: Kin­der sind nicht geplant. Falls doch, müs­sen wir wohl wür­feln. ;)

  9. You go, girl! 

    Ich hän­ge einer­seits auch an mei­nem Namen, aber ande­rer­seits (und wäre auch eben dein Pro­blem wärst du Mrs. K) geht’s mir jetzt seit 14 Jah­ren gewal­tig auf den Sack, ihn immer wie­der buch­sta­bie­ren zu müs­sen – man fragt sich tat­säch­lich auch ob es Leu­te gibt die einen nicht kon­tak­tie­ren weil sie eher jeman­den hät­ten der nicht so exo­tisch klingt. (Und dein Name passt so schön zu dir – das ande­re wäre ein­fach gar nicht deins :)

    Den­noch weiss ich nicht, ob ich Frau L. sein möch­te, wenn’s soweit ist. Ein­fa­cher wär’s. Ein wenig cool klingt es auch und (und the strugg­le is real here) ich könn­te auch so’n fan­cy Logo haben das nicht das gan­ze Bild belegt wenn man den gan­zen Namen ausschreibt.
    Aber dann den­ke ich an sei­ne Mut­ter. Die ist zwar nach der Schei­dung nicht mehr Frau L., 

    Mein Twit­ter-Hoch­zeits­pär­chen für das Jahr 2016 hat übri­gens den Hund aus­su­chen las­sen, wel­cher Name ange­nom­men wird. Der Hund hat den Lecker­li mit dem Namen der Frau zuerst gefres­sen und jetzt nimmt er ihren Namen an. Fin­de ich ein­fach groß­ar­tig #hearteyes

    • (ich ver­ges­se gern hal­be Sätze!)

    • Jenny

      (Ich glau­be, ich konn­te den Satz in Gedan­ken »fer­tig lesen«, aber ich kann ihn hier auch ger­ne ergän­zen, um sicher zu gehen. #hihi )

      Der Mann mein­te auch schon, dass es mit sei­nem rus­si­schen Nach­na­men des Öfte­ren mal vor­ur­teils­be­haf­tet war, tren­nen konn­te er sich aber trotz­dem nicht von ihm. (Was ich ver­ste­he.) Lus­ti­ger­wei­se wird mein deut­scher Name viel öfters falsch geschrie­ben, als sein rus­si­scher, weil die Leu­te vemehrt dar­auf ach­ten, sei­nen rich­tig zu schrei­ben. Bei mei­nem ist dann wohl meis­tens dann schon die Kon­zen­tra­ti­on alle.

  10. Mir kommt das alles so bekannt vor. Nicht nur expli­zit das Namens­di­lem­ma, beson­ders aber das mit den Erwar­tun­gen und dem Alter. Der Freund und ich sind seit bald 9 Jah­ren zusam­men, leben aber noch nicht ein­mal zusam­men, weil unse­re Unis in ande­ren Städ­ten waren und wir uns gegen­sei­tig nie zurück­hal­ten woll­ten. Die meis­ten Leu­te sehen nur, das wir solan­ge zusam­men sind und dau­ernd kom­men die fra­gen, nach dem Hei­ra­ten und Kin­dern. Das ist teil­wei­se alles ande­re als rea­lis­tisch. Ich weiß nicht mal, ob wir uns nach einem hal­ben Jahr zusam­men­le­ben nicht die Köp­fe ein­schla­gen wer­den und uns tren­nen, weil wir bis­her eine Bezie­hung hat­ten, die ganz anders funk­tio­niert hat. Zum Teil sind vor allen Din­gen die­se blö­den Kom­men­ta­re zum Kin­der krie­gen abso­lut dane­ben. Ich been­de die­ses Jahr mein Stu­di­um und begin­ne dann wahr­schein­lich ein Trai­nee­ship. Wenn ich, wie geplant von ande­ren, jetzt ein Kind bekom­men wür­de, könn­te ich mich ja gleich vom Arbeits­markt ver­ab­schie­den. Wenn man sagt, das man sich nicht mal sicher ist, ob Kin­der unbe­dingt sein müs­sen, wird man dann auch noch gefragt wofür man eigebt­lich lebt. (Nicht direkt, mehr durch Songs.)

    Zu der Namens­sa­che: Im ewi­gen Kampf uns zur Hoch­zeits­zu­trei­ben ist eine Eltern­frak­ti­on inzwi­schen soweit, Ihn dazu zu über­re­den, mei­nen Nach­na­men anzu­neh­men, weil ich ihn nicht auf­ge­ben will. Schön, dass sich ande­re in so pri­va­te Ent­schei­dun­gen einmischen. 

    Dan­ke für die­se schö­ne reflek­tie­re Kolum­ne. Die Gegen­fra­gen-Tak­tik nut­ze ich auch ganz ger­ne ;)

    Lie­be Grüße,
    Susanne

    • Man kann übri­gens auch hei­ra­ten ohne zusam­men zu wohnen. :-)

    • Jenny

      Die Kin­der­fra­ge fin­de ich auch immer unan­ge­mes­sen, vor allem, wenn man sie diver­sen Per­so­nen schon beant­wor­tet hat, die­se aber trotz­dem immer wie­der nach­fra­gen. Es ist zum Haareraufen. 

      Ihr ent­schei­det, wann ihr so weit seid. Oder über­haupt. So lan­ge – lasst Euch nicht reinquatschen! :)

  11. »er ist der ein­zig Soh­ne der Fami­lie (der heiratet)«
    Was für ein blö­der Grund. Wirk­lich blö­der Grund.

    Als mei­ne Mut­ter Anfang der 1980er Jah­re hei­ra­te­te, muss­te sich mei­ne Mut­ter so eine patri­ar­cha­lisch (Ver­zei­hung) Kacke auch anhö­ren. Und »wie macht ihr das denn mit den Kindern?«
    Ich hei­ße halt anders als mei­ne Mut­ter, aber das macht sie ja nicht weni­ger zu mei­ner Mut­ter* – nur, weil sie damals ihre femi­nis­ti­schen Prin­zi­pi­en treu blieb. Dafür hei­ße ich wie mein Vater, ist ja auch ganz schön :D
    Wenn man dann noch her­an­zieht, dass sie nur hei­ra­te­ten, weil mein Vater dann mehr beim Zivil­dienst ver­dien­te und Frau und Kind gleich mit­ver­si­chert waren, ver­steht man ihre Beweg­grün­de noch mal mehr (ich weiß, recht »unro­man­tisch« :D).

    Als sie das zwei­te Mal hei­ra­te­te, kam der Saal beim Stan­des­amt kaum aus dem Stau­nen, als der Beam­te erklär­te, dass ihr Mann ihren Namen annimmt. Bis heu­te eine Situa­ti­on, über die ich mich stets freue :D

    Ich glau­be, unter die­sen gesell­schaft­li­chen Erwar­tun­gen an die Frau, beson­ders das mit den Kin­dern, lei­det jede Frau im bestimm­ten Alter, die eine ande­re Lebens­wei­se befolgt. Wobei mein fast 28-Jäh­ri­ger Freund, der sich als sehr jung emp­fin­det, sagt, er spü­re das auch sehr. Ist dem­nach nicht bloß ein Druck an Frauen.

    * so, wie du es eben auch beschreibst,

    • Jenny

      You name it!

      Vor allem kann Frau erst seit 1991 völ­lig unab­hän­gig davon ent­schei­den, wie sie es mit dem Namen han­deln möch­te. Das muss man sich auch mal geben.

      Mit der Druck­sa­che hast Du auch völ­lig Recht.

  12. Das ist ja absurd, was dir da zum Teil ent­ge­gen gebracht wur­de! Ich glau­be, ich hät­te da oft nicht mehr ruhig und sach­lich argu­men­tie­ren kön­nen. Als wäre das irgend­wes­sen Ent­schei­dung und nicht dei­ne! Wie­so inter­es­siert das die Leu­te über­haupt so bren­nend? Weil sie nicht über ihren eige­nen Tel­ler­rand hin­aus­schau­en wol­len? Oder aus Neid, dass es Leu­te gibt, die Sachen »anders machen«, weil sie selbst sich das nicht trau­en wür­den oder zu ein­fäl­tig waren, sich die­se Fra­gen im Vor­aus zu stel­len? Ich wür­de gar nicht auf die Idee kom­men, so eine Ent­schei­dung in Fra­ge zu stel­len. Aha, ihr habt also eure Namen behal­ten. Basta!
    Ich per­sön­lich kann mir gut vor­stel­len, mal den Namen mei­nes Zukünf­ti­gen anzu­neh­men, aber nicht, weil ich das als Lie­bes­be­weis (wtf?! :D) anse­he, son­dern aus dem Grund, dass ich mei­nen eige­nen Namen nicht beson­ders ger­ne mag und die­se unpro­ble­ma­ti­sche recht­li­che Chan­ce dann mal ganz dreist aus­nut­zen wür­de. Aber auch nur, wenn mir der Name gefällt und ich fin­de, dass er zu mei­nem Vor­na­men passt :D
    xx

  13. Frü­her fand ich immer, dass es völ­lig selbst­ver­ständ­lich ist den Namen des Man­nes anzu­neh­men. Mitt­ler­wei­le habe ich mich so an mei­nen Namen gewöhnt (und ori­gi­nell ist er auch!) dass ich ihn gar nicht her­ge­ben möch­te ;)

  14. Ein sehr schö­ner Post. Mal abge­se­hen davon, dass ich nicht hei­ra­ten möch­te, weil ich nicht an die ewi­ge Lie­be glau­be, hät­te ich aller­dings kein Pro­blem damit, mei­nen Nach­na­men abzu­ge­ben. Den mag ich näm­lich über­haupt nicht. Aller­dings wür­de ich ihn wirk­lich nur für einen schö­ne­ren her­ge­ben. Mein Freund z.B. hat einen (wie ich fin­de) noch blö­de­ren Nach­na­men. Ne dan­ke, da wür­de ich im Hoch­zeits­fall dann auch lie­ber mei­nen behalten.

    Ich fin­de es ganz schön frech, was dir so gesagt wur­de. Denn schluss­end­lich ist es doch jedem selbst über­las­sen. Und mit feh­len­der Lie­be hat das nun wirk­lich nichts zu tun.

  15. Jennifer

    Ein wirk­li­cher tol­ler Post. Ist mir seit letz­ter Woche nicht aus dem Kopf gegan­gen, des­we­gen muss ich jetzt, auch wenn etwas ver­spä­tet, doch mal was dazu sagen.

    Ich fin­de, dass ist etwas, das jeder für sich selbst ent­schei­den soll­te. Es gibt meh­re­re Vari­an­ten und für alle Grün­de dafür und dage­gen. Rich­tig oder falsch gibt es dage­gen nicht, son­dern nur das, was für die betei­lig­ten Per­so­nen rich­tig ist.

    Auch wenn ich selbst nächs­tes Jahr mei­nen Namen wohl ändern wer­de, fin­de es auch voll­kom­men in Ord­nung, wenn man sei­nen Namen behält. Wie gesagt, gibt für bei­de Ent­schei­dun­gen genug Gründe :)

    Dass es aller­dings Men­schen gibt, die davon aus­ge­hen, dass die Frau den Namen des Man­nes annimmt oder sogar Frau­en, die gar nicht wis­sen, dass es anders geht, das fin­de ich sehr traurig.

  16. wenn es bei mir soweit ist, wer­de ich auch mei­nen Namen behalten. :)

  17. Johanna

    Ab-so-lut! Ich stim­me dir sowas von abso­lut zu! Dan­ke für die­sen gran­dio­sen Text <3

  18. Sonni

    Wir hei­ra­ten die­ses Jahr und ich bin eigent­lich davon aus­ge­gan­gen , dass jeder sei­nen Namen behält. Nun hat mich mein Freund bei der Ehe­an­mel­dung auf dem Stan­des­amt über­r­rascht und mei­nen Namen ange­nom­men, sei­ner wird durch einen Bin­de­strich ange­hängt, sodass er ihn irgend­wann weg­fal­len las­sen kann. Er woll­te kei­ne unter­schied­li­chen Namen.
    Sei­ne Freun­de fan­den es alle posi­tiv, aller­dings haben wir es sei­ner Fami­lie noch nicht mit­ge­teilt. Sei­ne Mut­ter wird sehr ent­äuscht sein, und mir die »Schuld« geben (der arme Jun­ge muss ja zu Hau­se auch die Hälf­te im Haus­halt machen, ein­kau­fen, kochen usw weil sei­ne Freun­din ja Voll­zeit arbei­ten und am Wochen­en­den allei­ne fei­ern geht). Immer ihr mit­lei­di­ger Blick mit ihm, dabei hat er auch alle Freiheiten.
    Sei­ne Mut­ter wird ent­täuscht sein, sein Bru­der (tra­di­tio­nel­le Ehe, er Allein­ver­die­ner, sie Haus­frau) wird ihm als Wasch­lap­pen aus­la­chen (macht er auch wenn er hört, dass wir uns die Haus­ar­beit teilen).
    Ich bin so stolz auf mei­nen moder­nen Part­ner, der so ist, obwohl er mit voll­kom­men über­hol­ten Rol­len­bil­dern auf­ge­wach­sen ist!
    Hat viel­leicht jemand Tipps für schlag­fer­ti­ge Ant­wor­ten, wenn die Fami­lie so reagiert?

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