Mein Name ist mein Name und bleibt mein Name.

Ich komme in einen Alters­ab­schnitt, in dem gewisse Dinge von einem erwar­tet wer­den: Hoch­zeit, Haus bauen, Fami­lie grün­den. Ich musste ver­mehrt fest­stel­len, dass meine Ansich­ten zum Thema Hoch­zeit, Fami­lie oder Kin­der sich sehr oft von den ande­ren Mei­nun­gen unter­schie­den, und zwar eher in einer eher … wie soll ich sagen … Weise, die von der gesell­schaft­li­chen Denke weg­geht.

Das erste Mal, als ich unter ande­rem so rich­tig mit die­sen klas­si­schen Wer­ten – was Mann, Frau und Famile angeht – kon­fron­tiert wurde, war meine Hoch­zeit. Es wurde dar­über gespro­chen, wie man die Hoch­zeit orga­ni­siere, ob man kirch­lich hei­rate, und wie das mit dem Namen ist. In unse­rem Falle haben wir beide unsere Namen behal­ten. Für den Mann war das gar keine Option, einen ande­ren Namen anzu­neh­men, für mich aller­dings auch nicht, sei­nen anzu­neh­men. Und so war das für uns auch schon geklärt. Man­che Men­schen, ins­be­son­dere Frauen, konn­ten das aller­dings schlicht­weg gar nicht so rich­tig ver­ste­hen.

Ich weiß, dass es in Deutsch­land tra­di­tio­nell so ist, dass die Frau den Namen des Man­nes annimmt. Die meis­ten Frauen wer­den dar­auf ja mehr oder weni­ger getrimmt und machen das ver­mut­lich auch oft, ohne das groß zu hin­ter­fra­gen – genau so wie der Mann, der den Nach­na­mens ja fort­tra­gen soll. Und des­halb ver­stehe ich auch die Fra­gen und ein biss­chen auch den Arg­wohn der Men­schen – denn wir sind nun mal Gewohn­heits­tiere und größ­ten­teils wohl eher tra­di­tio­nell ange­haucht.

Mir ging das Gefrage aller­dings trotz­dem nach gewis­ser Zeit auf den Sen­kel, vor allem, weil die meis­ten nicht ehr­lich an einer Ant­wort inter­es­siert waren son­dern impli­ziert wurde, dass da was nicht stimme. Auch wenn es ver­mut­lich oft nicht so gemeint war, haben sich Sätze wie »das finde ich ja frag­wür­dig«, »Du kannst Dei­nen Namen im Nach­hin­ein ja noch ändern« oder »Du musst auch immer alles anders machen, als man es von Dir erwar­tet« sehr deut­lich in mein Gedächt­nis gebrannt.
Ein­mal wurde mir auch schon unter­stellt, ich wür­den den Mann nicht genug lie­ben (anders­rum galt das aller­dings nicht). Oder mich gar irgend­wann schei­den las­sen wol­len. Und auch, wenn das ganz und gar nicht roman­tisch klingt: Einen Namen bekommt nicht »ein­fach so« zurück, auch nicht nach einer Schei­dung. Das war für mich zwar kei­ner der Gründe, mei­nen Namen zu behal­ten, sollte man aber im Hin­ter­kopf behal­ten.

Ich habe irgend­wann gemerkt, dass Gegen­fra­gen stel­len ein rela­tiv gutes Kon­zept ist, die Leute zum Reflek­tie­ren zu brin­gen, weil sie Dir, wenn Du eine Ant­wort gibst, gar nicht wirk­lich zuhö­ren. Sie wol­len Dich eigent­lich nicht ver­ste­hen, son­dern Dir ein­fach nur ihre Mei­nung auf­drü­cken.
Als eine Freun­din bei­spiels­weise so vor sich hin­schwärmte, das sei doch so schön, wenn man gleich heiße, warum ich das denn nicht wolle, habe ich sie gefragt, warum sie denn ihren Namen abge­ge­ben hatte, und nicht der Mann den ihren trägt. Diese Frage ist eigent­lich sehr sim­pel, bringt viele aber schon ins Strau­cheln und in eine Art Ver­tei­di­gungs­mo­dus – es ist den betrof­fe­nen Frauen unan­ge­nehm, da sie sich selbst als eman­zi­piert sehen: Wenige Frauen fin­den es noch nor­mal, wenn sich eine Frau dem Mann unter­ord­net, viele tun es aber den­noch, obgleich auch nur for­mell. »Er hat den schö­ne­ren Namen«, »er ist der ein­zig Sohne der Fami­lie (der hei­ra­tet)« oder »ich hänge eh nicht so an mei­nem Namen« sind viele der Ant­wor­ten, die ich dann dar­auf­hin schon gehört habe.

Es ist natür­lich, wie bei allem, eine per­sön­li­che Sache, und jeder soll das so machen, wie er möchte – jeder hat seine Gründe, ob es nun eben der tra­di­tio­nelle Weg ist oder die Mög­lich­keit, sei­nen Nach­na­men abzu­ge­ben, weil man ihn aus fami­liä­ren und per­sön­li­che­ren Grün­den nicht mag. Trotz­dem würde ich so weit gehen und behaup­ten, dass es meist eine gelernte Sache ist – ich kenne einige junge Frauen, die nicht mal wuss­ten, dass sie ihren Namen behal­ten kön­nen. (Ja, trau­rig – aber wahr.)

Ich per­sön­lich mag mei­nen Namen und würde ihn für kein Geld der Welt weg­ge­ben. Dass ein gemein­sa­mer Nach­name zwei Men­schen näher zusam­men­rückt, ist auch eine häu­fig gen­n­ante These – für mich aller­dings Hum­bug. Ich würde mich dem Mann weder näher füh­len noch mich plötz­lich dis­tan­zier­ter zu mei­ner Fami­lie, nur weil der Name anders ist. Mein Name ist meine Iden­ti­tät, in die­ser fühle ich mich wohl und möchte sie nicht »ein­fach so weg­ge­ben«.

Die Sache ist somit rela­tiv sim­pel: Mein Name ist mein Name und bleibt auch mein Name. Und meine Iden­ti­tät.

37 thoughts on “Mein Name ist mein Name und bleibt mein Name.

  1. Oh Jenny, du sprichst mir so aus dem Her­zen. Ich sehe das abso­lut genauso wie du. Ich werde auch auf jeden Fall mei­nen Namen behal­ten, weil es eben mein Name ist. Genau wie mein Vor­name es ist.
    Ich ver­stehe nicht, wie Frauen ande­ren Frauen dafür ein schlech­tes Gewis­sen machen kön­nen. Aber sollte ich auch irgend­wann mal diese Sätze zu hören bekom­men, werde ich so kon­tern wie du. Danke!

  2. Ich hab als Kind immer gesagt, wenn ich hei­rate nehm ich den Namen mei­nes Bräu­ti­gams an. Weil unser Nach­name aus Slo­we­nien kommt (wir aller­dings nicht und uns ver­bin­det auch nicht mit Slo­we­nien) ist er schwer zu schrie­ben und aus­zu­spre­chen und als Kind fand ich das eben ganz furcht­bar.
    Inzwi­schen ist es anders. Er gehört irgend­wie zu mir. Trotz­dem bleibt mir in Erin­ne­rung wie sehr ich ihn als Kind gehasst habe und dass ich mir gedacht habe »Das tu ich mei­nen Kin­dern nicht an.«
    Aber ganz ehr­lich – warum das behal­ten des Nach­na­mens schlecht gemacht wird ist mir ein Rät­sel…

    1. Man­che Dinge macht man eben ganz auto­ma­tisch. Wenn dann einer kommt, der das total anders macht, fängt man oft ab die­sem Moment an, über gewisse Dinge nach­zu­den­ken und zu reflek­tie­ren, da pas­siert so was schon mal (vor)schnell.

  3. Es gibt vier wesent­li­che Mög­lich­kei­ten:

    Man nimmt den des Man­nes,
    man nimmt den der Frau,
    man nimmt einen Dop­pel-Namen (Fau/Mann – Mann/Frau)
    jeder behält sei­nen eige­nen.

    Und es ist über­haupt nicht not­wen­dig, sich für eine die­ser vier Vari­an­ten zu recht­fer­ti­gen.
    Genauso wenig wie es not­wen­dig ist, wenn man sich für eine Vari­ante ent­schie­den hat, dann einem ande­ren Gründe zu unterstellen/Spekulationen anzu­stel­len, warum die­ser aus den ver­blei­ben­den ande­ren drei Model­len eine Vari­ante gewählt hat. Das sollte also in beide Rich­tun­gen gel­ten.

    1. Grund­sätz­lich gebe ich dir Recht. Aber als Gegen­frage find ich das schon gerecht­fer­tigt. Gerade wenn man dann merkt, dass es eben doch viele da nicht wirk­lich drü­ber reflek­tie­ren, son­dern auto­ma­tisch die tra­di­tio­nelle Vari­ante wäh­len. Und Auto­ma­tis­men sollte man immer hin­ter­fra­gen.

      1. (Edit: Habe gerade erst gese­hen, dass sich Hen­nings Kom­men­tar gar nicht auf mei­nen Text bezieht.)

        Ja, so ist es.

        (Ich finde das »dar­über spre­chen« gene­rell völ­lig in Ord­nung und ich erkläre auch gerne oder lasse mir auch gerne erklä­ren. Man merkt nur schnell, ob einer wirk­lich Inter­esse am Thema hat oder nur sei­nen Senf dazu abge­ben will, ohne dem ande­ren wirk­lich zuzu­hö­ren. Darum ging es mir eigent­lich in ers­ter Linie.)

  4. @Jenny
    Du sprichst mir auch voll aus der Seele. Nur ganz am Ende, ob man sich mit einem gemein­sa­men Nach­na­men am Ende irgend­wie ver­bun­de­ner fühlt, ist schwer zu beur­tei­len, wenn man es nicht pro­biert hat, denke ich. Es macht schon irgend­wie was aus, dass meine Frau jetzt den glei­chen Nach­na­men hat wie ich. Wobei das viel­leicht noch mehr für den Rest der Ver­wandt­schaft gilt. Hab auch öfter erlebt, dass sie zu ihr sag­ten »Jetzt bist du auch eine xyz«. Man wird halt quasi Teil der Com­mu­nity und trägt auch das »Erken­nungs­zei­chen«. Wobei das natür­lich sowieso nicht alle tra­gen. Also kurzum: Bei dem Punkt bin ich nicht ganz bei dir, wobei das sowieso immer indi­vi­du­ell ist.

    Aber ansons­ten – und das ist ja auch der wich­ti­gere Teil – volle Zustim­mung. Vor allem, dass es in beide Rich­tun­gen gleich sein sollte.

    1. Ja, das stimmt, das merkt man viel­leicht erst spä­ter. Gene­rell gibt es da aber ver­mut­lich davor schon eine Ten­denz; man denkt ja dar­über nach, wie was wäre. War bei mir zumin­dest so.

  5. Selbst 7 Jahre, nach dem ich den Nach­na­men mei­ner Frau ange­nom­men habe, gibt es Men­schen, die sich wei­gern mich in ihrem Tele­fon umzu­be­nen­nen.
    Tat­säch­lich bekam auch ich die meis­ten nega­ti­ven Reak­tio­nen von Frauen.

    1. Bei Män­nern ist das, habe ich schon öfters fest­ge­stellt, fast noch ein sen­si­ble­res Thema, weil Nach­na­men abge­ben oft­mals mit »Männ­lich­keit abge­ben« gleich­ge­setzt wird. Sehr, sehr krass. Finde ich auch erschüt­ternd.

    2. Einer mei­ner Leh­rer in der Schule hieß nach den Ferien mal plötz­lich anders.
      Als Ant­wort auf die Frage, wieso, kam: »Weil ich vor­her Wol­low­sky hieß!«*
      Damit haben sich alle abge­fun­den :D

  6. Falls mein Freund und ich je hei­ra­ten soll­ten, wer­den wir beide wohl unsere Namen behal­ten. Wir sind beide Wis­sen­schaft­ler und haben bereits ver­öf­fent­licht, dem­entspre­chend wäre es rein kar­rie­re­tech­nisch keine gute Idee, einen ande­ren Namen anzu­neh­men. Mein Freund würde aller­dings auch dar­über nach­den­ken, einen Dop­pel­na­men anzu­neh­men. Für mich käme das nicht in Frage. Auch wenn ich keine beson­dere Ver­bin­dung zu mei­nem (Allerwelts-)Nachnamen habe, ich trag ihn jetzt schon so lange, dass ich mich ganz gut an ihn gewöhnt habe.
    In unse­rem Umfeld (eben­falls größ­ten­teils Wis­sen­schaft­ler) ist es voll­kom­men üblich, sei­nen Namen nach der Hoch­zeit nicht zu ändern (oder maxi­mal einen Dop­pel­na­men zu füh­ren). Ich hatte bei einer guten Freun­din, die ihren Namen nach der Hoch­zeit geän­dert hat, hin­ge­gen mona­te­lang Pro­bleme, mich an den neuen Namen zu gewöh­nen.

    Schwie­rig finde ich das Thema nur, wenn es um gemein­same Kin­der geht. Bei einer Fami­lie im Freun­des­kreis heißt die Mut­ter anders als Mann und Kin­der, was in der Schule bei neuen LehrerInnen/ Sekre­tä­rIn­nen gerne mal für Ver­wir­rung sorgt, und die Mut­ter erst­mal erklä­ren muss dass sie auch wirk­lich die Mut­ter ist. Ich kann ver­ste­hen, wenn die Fami­lie gern einen gemein­sa­men Nach­na­men hat – aber warum das dann immer der Name des Man­nes sein muss, erschließt sich mir auch nicht.

    1. Im wis­sen­schaft­li­chen Bereich ist tat­säch­lich durch­aus sinn­voll und gän­gig, das stimmt.

      Ja, beim Thema Kin­der ist das schon eine etwas kom­pli­zier­tere Sache – aller­dings ist das halt etwas, an das man sich gewöh­nen kann. Gibt ja z. B. auch genug unver­hei­ra­tete Paare, bei denen das gut funk­tio­niert.

  7. Ich hänge ja per­sön­lich nicht so an mei­nem Nach­na­men (auch wenn er ganz okay ist und ich noch nicht weiß, was nach einer Hoch­zeit auf mich war­tet) und meine Ant­wort (bzw. auch manch­mal Recht­fer­ti­gung gegen einen Dop­pel­na­men bzw. mei­nen zu behal­ten) ist immer: Ich hab mei­nen Nach­na­men jetzt seit 31 Jah­ren, wird Zeit für was Neues. ;) Aber ein Hoch auf die Frei­heit sel­ber ent­schei­den zu kön­nen, wel­chen Namen man tra­gen möchte. Und die Hoff­nung, dass das mög­lichst bald allen Frauen und Män­nern bewusst ist.

    1. Lus­ti­ger­weise bin ich auch eher der Typ, der Ver­än­de­run­gen begrüßt und auch mag, in die­sem Fall war es komi­scher­weise nicht so. Da hängt dann doch mehr dran.

  8. Ich finde es als Mann auch sehr befremd­lich, dass grund­sätz­lich davon aus­ge­gan­gen wird, dass die Frau den Namen des Man­nes annimmt und hatte ent­spre­chend gar keine Erwar­tung dies­be­züg­lich an meine Ver­lobte.
    Sie hat (für sich) dann einen Dop­pel­na­men gewählt wäh­rend ich bei mei­nem (Einzel-)Namen geblie­ben bin. Das geht näm­lich auch und erwei­tert die Liste der Mög­lich­kei­ten.

    Ich erin­nere mich noch, wie es im Kol­le­gen­kreis einige Irri­ta­tio­nen her­vor­ge­ru­fen hatte, dass meine Frau nicht ein­fach so hei­ßen würde wie ich und denke, das ist aus Män­ner­sicht so ein biss­chen archai­sches Revier(markierungs)verhalten mit dem Namen. Auf dass jeder sehe, wem das Weib von nun an gehö­ren mag! (Oder so ähn­lich…)

    Wie habt ihr das mit dem Ehe­namen, der bei der Ehe­schlie­ßung fest­ge­legt wer­den sollte und der Name poten­ti­el­ler Kin­der sein wird, gelöst?
    Eine quasi gleich­be­rech­tigte Doppelnamen’verwendung’ ist da, glaube ich, nicht zuläs­sig.

    1. Da stimme ich Dir voll und ganz zu. :)

      Das ist eigent­lich rela­tiv ein­fach: Kin­der sind nicht geplant. Falls doch, müs­sen wir wohl wür­feln. ;)

  9. You go, girl! 

    Ich hänge einer­seits auch an mei­nem Namen, aber ande­rer­seits (und wäre auch eben dein Pro­blem wärst du Mrs. K) geht’s mir jetzt seit 14 Jah­ren gewal­tig auf den Sack, ihn immer wie­der buch­sta­bie­ren zu müs­sen – man fragt sich tat­säch­lich auch ob es Leute gibt die einen nicht kon­tak­tie­ren weil sie eher jeman­den hät­ten der nicht so exo­tisch klingt. (Und dein Name passt so schön zu dir – das andere wäre ein­fach gar nicht deins :)

    Den­noch weiss ich nicht, ob ich Frau L. sein möchte, wenn’s soweit ist. Ein­fa­cher wär’s. Ein wenig cool klingt es auch und (und the struggle is real here) ich könnte auch so’n fancy Logo haben das nicht das ganze Bild belegt wenn man den gan­zen Namen aus­schreibt.
    Aber dann denke ich an seine Mut­ter. Die ist zwar nach der Schei­dung nicht mehr Frau L., 

    Mein Twit­ter-Hoch­zeits­pär­chen für das Jahr 2016 hat übri­gens den Hund aus­su­chen las­sen, wel­cher Name ange­nom­men wird. Der Hund hat den Leckerli mit dem Namen der Frau zuerst gefres­sen und jetzt nimmt er ihren Namen an. Finde ich ein­fach groß­ar­tig #hearteyes

    1. (Ich glaube, ich konnte den Satz in Gedan­ken »fer­tig lesen«, aber ich kann ihn hier auch gerne ergän­zen, um sicher zu gehen. #hihi )

      Der Mann meinte auch schon, dass es mit sei­nem rus­si­schen Nach­na­men des Öfte­ren mal vor­ur­teils­be­haf­tet war, tren­nen konnte er sich aber trotz­dem nicht von ihm. (Was ich ver­stehe.) Lus­ti­ger­weise wird mein deut­scher Name viel öfters falsch geschrie­ben, als sein rus­si­scher, weil die Leute vemehrt dar­auf ach­ten, sei­nen rich­tig zu schrei­ben. Bei mei­nem ist dann wohl meis­tens dann schon die Kon­zen­tra­tion alle.

  10. Mir kommt das alles so bekannt vor. Nicht nur expli­zit das Namens­di­lemma, beson­ders aber das mit den Erwar­tun­gen und dem Alter. Der Freund und ich sind seit bald 9 Jah­ren zusam­men, leben aber noch nicht ein­mal zusam­men, weil unsere Unis in ande­ren Städ­ten waren und wir uns gegen­sei­tig nie zurück­hal­ten woll­ten. Die meis­ten Leute sehen nur, das wir solange zusam­men sind und dau­ernd kom­men die fra­gen, nach dem Hei­ra­ten und Kin­dern. Das ist teil­weise alles andere als rea­lis­tisch. Ich weiß nicht mal, ob wir uns nach einem hal­ben Jahr zusam­men­le­ben nicht die Köpfe ein­schla­gen wer­den und uns tren­nen, weil wir bis­her eine Bezie­hung hat­ten, die ganz anders funk­tio­niert hat. Zum Teil sind vor allen Din­gen diese blö­den Kom­men­tare zum Kin­der krie­gen abso­lut dane­ben. Ich beende die­ses Jahr mein Stu­dium und beginne dann wahr­schein­lich ein Trainee­ship. Wenn ich, wie geplant von ande­ren, jetzt ein Kind bekom­men würde, könnte ich mich ja gleich vom Arbeits­markt ver­ab­schie­den. Wenn man sagt, das man sich nicht mal sicher ist, ob Kin­der unbe­dingt sein müs­sen, wird man dann auch noch gefragt wofür man eigebt­lich lebt. (Nicht direkt, mehr durch Songs.)

    Zu der Namens­sa­che: Im ewi­gen Kampf uns zur Hoch­zeits­zu­trei­ben ist eine Eltern­frak­tion inzwi­schen soweit, Ihn dazu zu über­re­den, mei­nen Nach­na­men anzu­neh­men, weil ich ihn nicht auf­ge­ben will. Schön, dass sich andere in so pri­vate Ent­schei­dun­gen ein­mi­schen.

    Danke für diese schöne reflek­tiere Kolumne. Die Gegen­fra­gen-Tak­tik nutze ich auch ganz gerne ;)

    Liebe Grüße,
    Susanne

    1. Die Kin­der­frage finde ich auch immer unan­ge­mes­sen, vor allem, wenn man sie diver­sen Per­so­nen schon beant­wor­tet hat, diese aber trotz­dem immer wie­der nach­fra­gen. Es ist zum Haa­re­rau­fen.

      Ihr ent­schei­det, wann ihr so weit seid. Oder über­haupt. So lange – lasst Euch nicht rein­quat­schen! :)

  11. »er ist der ein­zig Sohne der Fami­lie (der hei­ra­tet)«
    Was für ein blö­der Grund. Wirk­lich blö­der Grund.

    Als meine Mut­ter Anfang der 1980er Jahre hei­ra­tete, musste sich meine Mut­ter so eine patri­ar­cha­lisch (Ver­zei­hung) Kacke auch anhö­ren. Und »wie macht ihr das denn mit den Kin­dern?«
    Ich heiße halt anders als meine Mut­ter, aber das macht sie ja nicht weni­ger zu mei­ner Mut­ter* – nur, weil sie damals ihre femi­nis­ti­schen Prin­zi­pien treu blieb. Dafür heiße ich wie mein Vater, ist ja auch ganz schön :D
    Wenn man dann noch her­an­zieht, dass sie nur hei­ra­te­ten, weil mein Vater dann mehr beim Zivil­dienst ver­diente und Frau und Kind gleich mit­ver­si­chert waren, ver­steht man ihre Beweg­gründe noch mal mehr (ich weiß, recht »unro­man­tisch« :D).

    Als sie das zweite Mal hei­ra­tete, kam der Saal beim Stan­des­amt kaum aus dem Stau­nen, als der Beamte erklärte, dass ihr Mann ihren Namen annimmt. Bis heute eine Situa­tion, über die ich mich stets freue :D

    Ich glaube, unter die­sen gesell­schaft­li­chen Erwar­tun­gen an die Frau, beson­ders das mit den Kin­dern, lei­det jede Frau im bestimm­ten Alter, die eine andere Lebens­weise befolgt. Wobei mein fast 28-Jäh­ri­ger Freund, der sich als sehr jung emp­fin­det, sagt, er spüre das auch sehr. Ist dem­nach nicht bloß ein Druck an Frauen.

    * so, wie du es eben auch beschreibst,

    1. You name it!

      Vor allem kann Frau erst seit 1991 völ­lig unab­hän­gig davon ent­schei­den, wie sie es mit dem Namen han­deln möchte. Das muss man sich auch mal geben.

      Mit der Druck­sa­che hast Du auch völ­lig Recht.

  12. Das ist ja absurd, was dir da zum Teil ent­ge­gen gebracht wurde! Ich glaube, ich hätte da oft nicht mehr ruhig und sach­lich argu­men­tie­ren kön­nen. Als wäre das irgend­wes­sen Ent­schei­dung und nicht deine! Wieso inter­es­siert das die Leute über­haupt so bren­nend? Weil sie nicht über ihren eige­nen Tel­ler­rand hin­aus­schauen wol­len? Oder aus Neid, dass es Leute gibt, die Sachen »anders machen«, weil sie selbst sich das nicht trauen wür­den oder zu ein­fäl­tig waren, sich diese Fra­gen im Vor­aus zu stel­len? Ich würde gar nicht auf die Idee kom­men, so eine Ent­schei­dung in Frage zu stel­len. Aha, ihr habt also eure Namen behal­ten. Basta!
    Ich per­sön­lich kann mir gut vor­stel­len, mal den Namen mei­nes Zukünf­ti­gen anzu­neh­men, aber nicht, weil ich das als Lie­bes­be­weis (wtf?! :D) ansehe, son­dern aus dem Grund, dass ich mei­nen eige­nen Namen nicht beson­ders gerne mag und diese unpro­ble­ma­ti­sche recht­li­che Chance dann mal ganz dreist aus­nut­zen würde. Aber auch nur, wenn mir der Name gefällt und ich finde, dass er zu mei­nem Vor­na­men passt :D
    xx

  13. Frü­her fand ich immer, dass es völ­lig selbst­ver­ständ­lich ist den Namen des Man­nes anzu­neh­men. Mitt­ler­weile habe ich mich so an mei­nen Namen gewöhnt (und ori­gi­nell ist er auch!) dass ich ihn gar nicht her­ge­ben möchte ;)

  14. Ein sehr schö­ner Post. Mal abge­se­hen davon, dass ich nicht hei­ra­ten möchte, weil ich nicht an die ewige Liebe glaube, hätte ich aller­dings kein Pro­blem damit, mei­nen Nach­na­men abzu­ge­ben. Den mag ich näm­lich über­haupt nicht. Aller­dings würde ich ihn wirk­lich nur für einen schö­ne­ren her­ge­ben. Mein Freund z.B. hat einen (wie ich finde) noch blö­de­ren Nach­na­men. Ne danke, da würde ich im Hoch­zeits­fall dann auch lie­ber mei­nen behal­ten.

    Ich finde es ganz schön frech, was dir so gesagt wurde. Denn schluss­end­lich ist es doch jedem selbst über­las­sen. Und mit feh­len­der Liebe hat das nun wirk­lich nichts zu tun.

  15. Ein wirk­li­cher tol­ler Post. Ist mir seit letz­ter Woche nicht aus dem Kopf gegan­gen, des­we­gen muss ich jetzt, auch wenn etwas ver­spä­tet, doch mal was dazu sagen.

    Ich finde, dass ist etwas, das jeder für sich selbst ent­schei­den sollte. Es gibt meh­rere Vari­an­ten und für alle Gründe dafür und dage­gen. Rich­tig oder falsch gibt es dage­gen nicht, son­dern nur das, was für die betei­lig­ten Per­so­nen rich­tig ist.

    Auch wenn ich selbst nächs­tes Jahr mei­nen Namen wohl ändern werde, finde es auch voll­kom­men in Ord­nung, wenn man sei­nen Namen behält. Wie gesagt, gibt für beide Ent­schei­dun­gen genug Gründe :)

    Dass es aller­dings Men­schen gibt, die davon aus­ge­hen, dass die Frau den Namen des Man­nes annimmt oder sogar Frauen, die gar nicht wis­sen, dass es anders geht, das finde ich sehr trau­rig.

  16. Wir hei­ra­ten die­ses Jahr und ich bin eigent­lich davon aus­ge­gan­gen , dass jeder sei­nen Namen behält. Nun hat mich mein Freund bei der Ehe­an­mel­dung auf dem Stan­des­amt über­r­rascht und mei­nen Namen ange­nom­men, sei­ner wird durch einen Bin­de­strich ange­hängt, sodass er ihn irgend­wann weg­fal­len las­sen kann. Er wollte keine unter­schied­li­chen Namen.
    Seine Freunde fan­den es alle posi­tiv, aller­dings haben wir es sei­ner Fami­lie noch nicht mit­ge­teilt. Seine Mut­ter wird sehr ent­äuscht sein, und mir die »Schuld« geben (der arme Junge muss ja zu Hause auch die Hälfte im Haus­halt machen, ein­kau­fen, kochen usw weil seine Freun­din ja Voll­zeit arbei­ten und am Wochen­en­den alleine fei­ern geht). Immer ihr mit­lei­di­ger Blick mit ihm, dabei hat er auch alle Frei­hei­ten.
    Seine Mut­ter wird ent­täuscht sein, sein Bru­der (tra­di­tio­nelle Ehe, er Allein­ver­die­ner, sie Haus­frau) wird ihm als Wasch­lap­pen aus­la­chen (macht er auch wenn er hört, dass wir uns die Haus­ar­beit tei­len).
    Ich bin so stolz auf mei­nen moder­nen Part­ner, der so ist, obwohl er mit voll­kom­men über­hol­ten Rol­len­bil­dern auf­ge­wach­sen ist!
    Hat viel­leicht jemand Tipps für schlag­fer­tige Ant­wor­ten, wenn die Fami­lie so reagiert?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

-_- 
#bigeyes 
#clap 
#cool 
#cry 
;_; 
#grin 
#handsup 
#heart 
#hearteyes 
#hihi 
:kls 
#nixhoeren 
#nixsagen 
#nixsehen 
#peace 
#rage 
#rofl 
:( 
:O 
#blush 
#sigh 
:* 
:-/ 
#thumbs 
:P 
;) 
#yeah 
#yum