Was ich mir für meinen zweiten Halbmarathon wünsche.

Ich weiß noch, wie ich für mei­nen letz­ten Halb­ma­ra­thon im Okto­ber letz­ten Jah­res trai­niert habe, zwei Wochen davor krank wurde und dann nicht teil­neh­men konnte. Und auch gerade merke ich, wie die Erkäl­tung so lang­sam mei­nen Hals hoch­kriecht und meine Nase bei mei­nem letz­ten Trai­nings­lauf irgend­wie mehr lief, als gewohnt.

Die letz­ten Wochen waren wirk­lich stres­sig für mich, orga­ni­sa­to­risch und auch emo­tio­nal. Gefühlt habe ich tau­send Dinge gleich­zei­tig gefühlt und gemacht – und obwohl ich mich kör­per­lich eigent­lich nicht über­an­strengt habe, sich aber alles See­li­sche sofort auf mei­nen Kör­per aus­wirkt, merke ich, wie sich alles dem Finale nähert – kör­per­lich, sport­lich, als auch unitech­nisch. Am Frei­tag schreibe ich meine letzte Klau­sur in die­sem Semes­ter. Und Sonn­tag laufe ich in Ber­lin den Halb­ma­ra­thon. Dass mein Kör­per sich irgend­wie nach Ruhe sehnt, ist nach dem gan­zen Stress irgend­wie klar. Aber ich hoffe nicht, dass er mir wie­der mein drei­mo­na­ti­ges Trai­ning ver­saut, in dem er kurz vor­her krank wird. Ich fühle mich näm­lich prin­zi­pi­ell rich­tig gut vor­be­rei­tet.

Die­ses Mal habe ich mir einen per­sön­li­chen Trai­nings­plan zusam­men­stel­len las­sen. (Danke, Kat­rin!) Das letzte Mal bin ich nach dem Trai­nings­plan aus Steff­nys Buch gelau­fen, der halt für den Durch­schnitts­läu­fer gemacht wurde und nicht für mich – und erst jetzt mit dem per­so­na­li­sier­ten Trai­ning merke ich, wie ich mehr Fort­schritte gemacht habe als damals mit dem Stan­dard-Plan.

Hier ein ran­dom Bild von mir in Lauf­kla­mot­ten, damit der Bei­trag nicht so nackt aus­sieht.

Ich bin sport­lich gese­hen ja nicht gerade die ehr­gei­zigste Per­son und außer­dem nicht beson­ders schnell, was ver­mut­lich mit ers­te­rem zusam­men­hängt und auch damit, dass Sport für mich immer der kör­per­li­che Aus­gleich zum All­tag war und auch noch ist. Ich mag es, mir gewisse Ziele zu ste­cken, weil es einem mehr Anreiz zum Lau­fen gibt, aber ich muss jetzt die 21 Kilo­me­ter nicht mit einer Best­zeit absol­vie­ren. Zumin­dest momen­tan nicht, viel­leicht irgend­wann. (Wenn sich der Ehr­geiz in mir ent­wi­ckelt. Also nie.)

Mei­nen ers­ten Halb­ma­ra­thon bin ich im Juni 2014 in Stutt­gart gelau­fen mit einer Zeit von zwei Stun­den und 25 Minu­ten. Ich hatte zwar einen Trai­nings­plan, sogar einen per­so­na­li­sier­ten, aber so rich­tig daran gehal­ten habe ich mich gefühlt nicht. Etwa einen Monat vor­her (!) habe ich mal »eini­ger­ma­ßen ange­fan­gen« (!!), und der längste Lauf, den ich vor dem Halb­ma­ra­thon geschafft habe, war eine Stre­cke von 15 Kilo­me­tern (!!!). Dass mein Kör­per dann bei Kilo­me­ter 17 gestreikt hat (Ober­schen­kel­krämpfe my ass) wun­dert mich nicht. Es wun­dert mich aller­dings, dass ich dafür noch eini­ger­ma­ßen schnell (für meine Ver­hält­nisse) ins Ziel gekom­men bin, denn die letz­ten vier Kilo­me­ter waren – Ach­tung! – echt kramp­fig. *badumtsss*

Ange­peilt habe ich die­ses Mal eine Zeit von zwei Stun­den und 15 Minu­ten und ich denke, das ist auch rea­lis­tisch. Ich bin gut trai­niert und dafür, dass ich letz­tes und vor­letz­tes Jahr dank mei­nes kaput­ten Knies und dann noch wegen irgend­ei­nes Seh­nen­ent­zün­dungs­mists extrem wenig gelau­fen bin, ist das auch voll okay.

Wenn mein Kör­per mir jetzt nicht wirk­lich tat­säch­lich und allen Erns­tes eine Erkäl­tung rein­haut, bin ich guter Dinge. (Bitte Dau­men drü­cken!) Und sollte ich tat­säch­lich so rich­tig krank wer­den, dann tja, werde ich wirk­lich extrem tie­risch ange­pisst sein und mich das ganze Wochen­ende durch Ber­lins Restau­rants essen. 

So.

6 thoughts on “Was ich mir für meinen zweiten Halbmarathon wünsche.

  1. Dif­fuse Krank­heits­sym­ptome und die Angst, krank zu wer­den, gehö­ren dazu, wenn sich der Lauf nähert. Wenn man sich vor einem Wett­kampf gesund, aus­ge­ruht und fit fühlt, stimmt was nicht. :-)

  2. Die Dau­men sind ganz fest gedrückt – bei der Vor­be­rei­tung muss es doch ein­fach klap­pen!!! Ich bewun­dere ja echt jeden, der sol­che lan­gen Läufe absol­viert und gezielt trai­niert. Du schaffst das – und wirst nicht krank. Sag dei­nem Kör­per, dass du keine Zeit für sowas hast – mei­ner hört dann immer auf mich und ver­schiebt das Krank wer­den auf spä­ter ;)

    Und ich hoffe doch, dass du dich zumin­dest in einem Restau­rant Ber­lins lecker satt fut­terst zur Beloh­nung nach dem Lauf ;)

    Liebe Grüße

  3. Das klingt jetzt viel ein­fa­cher als es ist, aber ich habe ja in den Jah­ren, in denen ich laufe, fol­gende Beob­ach­tung gemacht: Es gibt zwei große Grup­pen von Läu­fern, wenn es um Ren­nen wie einen Halb­ma­ra­thon oder Mara­thon geht: Die­je­ni­gen, die das Lau­fen als Qual anse­hen und sich auch eher durch die Vor­be­rei­tung kämp­fen müs­sen und für die das Ren­nen selbst dann nur die Bestä­ti­gung ist, dass sie sich etwas abver­lan­gen konn­ten. Und die­je­ni­gen, für die Lau­fen Aus­gleich zum All­tag, Stress­ab­bau, Spaß und Stei­ge­rung der Leis­tungs­fä­hig­keit ist, für die Trai­nings­plan und Vor­be­rei­tung Hilfs­mit­tel sind, um ver­let­zungs­frei und so gut gelaunt wie mög­lich in Rich­tung Ren­nen zu lau­fen. Und gefühlt, auch aus eige­ner Erfah­rung, machen eigent­lich nur die­je­ni­gen echte Fort­schritte, die zur zwei­ten Gruppe gehö­ren. Plus: Sie haben eben auch Spaß dabei. Inso­fern wün­sche ich Dir, dass Du den gehabt hast und am Sonn­tag auch haben wirst. Der Ber­li­ner Halb­ma­ra­thon ist ein groß­ar­ti­ger Lauf mit tol­lem Publi­kum und einer rich­tig schö­nen Stre­cke. Genieß sie. Dann ist die Zeit eigent­lich gar nicht mehr so wich­tig.

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