Wie ich das erste Mal bei einer Maniküre war.

Bezüg­lich mei­nes Aus­se­hens lege ich nur auf zwei Dinge Wert: meine Augen­brauen und Haar­pracht. Beim Rest bin ich »Auf Arbeit sollte mich kei­ner schräg aussehen«-Eitel, also quasi gar nicht.

Man attes­tierte mir immer wie­der schöne Hände; meine Fin­ger seien schön lang und mit lackier­ten Nägeln würde das alles ja bes­ser aus­se­hen. Das stimmt, ich wurde tat­säch­lich mit lan­gen Extre­mi­tä­ten aus­ge­stat­tet, was übli­cher­weise immer ganz gut aus­sieht.

Lei­der hilft das ja alles nix, wenn die Nägel selbst dünn und brü­chig sind und sogar abbre­chen, wenn ich ledig­lich eine Tas­ta­tur bediene. Von mei­nem Talent, Nägel anstän­dig zu fei­len und zu lackie­ren müs­sen wir gar nicht erst spre­chen: Meine linke Hand sieht immer top aus, die rechte so, als hätte ich Par­kin­son.
Und wenn der Lack mal drauf ist, finde ich das so super, dass ich gar nicht mehr daran denke, ihn run­ter zu machen, was dann irgend­wann dazu führt, dass meine Nägel zwar lackiert sind, aber das nicht (mehr) hübsch.

Nun ist es ja so, dass die Hände das Aus­hän­ge­schild der Per­son sind, bla­bla­bla. Pisa P. hat mich dar­auf auf­merk­sam gemacht, dass bei so einer Hoch­zeit ja jeder auf meine Hände schaue (Ring und so), und die dann bit­te­schön auch gemacht sein soll­ten.

Gut, das fand sogar ich ganz ein­leuch­tend.

Also waren wir ein paar Tage spä­ter bei einer Freun­din, die sich schon jah­re­lang die Nägel sel­ber macht. Sie trug mir Shel­lac auf, quasi Nagel­lack Plus, der nicht split­tern soll und außer­dem kratz­fest ist. Ist er bestimmt sonst auch, auf mei­nen brü­chi­gen Nägeln jeden­falls nicht.

Jetzt lief ich also zwei Wochen wie ein Hand-Asi herum und da nächs­ten Mitt­woch ja schon die stan­des­amt­li­che Hoch­zeit ist, fühlte ich mich spä­tes­tens ges­tern dazu beru­fen, mal nach jeman­dem zu schauen, der mir a) den rest­li­chen Lack von den Nägeln fei­len kann (ja, das geht näm­lich nicht ein­fach so run­ter) und b) mir die Nägel auch wie­der hübsch macht.
Auf Arbeit klagte ich über mein Leid und komi­scher­weise musste mich mein Chef auf das Nagel­stu­dio fuff­zig Meter wei­ter auf­merk­sam machen, an dem ich jeden Tag vor­bei­laufe. Ich hatte gerade Döner mit viel Knob­lauch­soße inha­liert, ein per­fek­ter Zeit­punkt also, um face to face einen Ter­min aus­zu­ma­chen, den ich heute Mor­gen um zehn dann hatte. (Schreck­lich früh, aber was willste machen.)

Zeigt her Eure Hände!
End­lich muss ich sie nicht mehr ver­ste­cken: meine Hände. (Hahaha.)

Meine Nagel­de­si­gne­rin hieß Andrea, war Mitte 40 und erin­nerte mich ein biss­chen an die typi­sche Hexen­ge­stalt aus bösen Mär­chen. Sie war aller­dings total nett, außer­dem schwallte sie mich in den ein­ein­halb Stun­den Behand­lungs­zeit nicht zu, son­dern tat ein­fach ihre Arbeit. Ich fand’s sehr ent­span­nend, fast wäre ich hem­mungs­los ein­ge­schla­fen, es war ein­fach zu früh.

Sie feilte erst mit einem Ding, das äußer­lich einem Zahn­arzt-Boh­rer recht nahe kommt (vom Geräusch her übri­gens auch), den Rest Shel­lac run­ter, was ich recht ekel­haft fand, weil meine Nägel eben sehr dünn sind. Dann wurde die erste Schicht Gel auf­ge­tra­gen, danach musste man die Hände in die UV-Höhle ste­cken (oder wie das Teil heißt), was einem ein biss­chen das Gefühl gibt, als wür­den die Fin­ger­kup­pen gegrillt wer­den – aber dann geht’s auch schon wie­der. Dann kam noch mal eine Runde Gel drauf, und zum Schluss wahr­schein­lich Lack oder so was. Und letzt­end­lich wurde gefeilt, fer­tig. So die Kurz­fas­sung.

Fazit: Man muss sich mini­mal an das Gefühl gewöh­nen, dass man was auf den Nägeln hat, aber im Gro­ßen und Gan­zen ist es kein gro­ßer Unter­schied. Und ja, dass man prin­zi­pi­ell nicht sehen soll, dass die gemacht sind, ist der Clou an der gan­zen Sache. (Nur falls jetzt wer damit ankommt!)

Wie gut das hält, wird die Zeit zei­gen, das Ergeb­nis gefällt mir so weit ganz gut. Wenn das taugt, werde ich das bis zur Hoch­zeits­feier eisern durch­zie­hen, danach wird mir die Kohle, die man dafür aus­gibt, ver­mut­lich zu schade sein – wer schön sein will, muss halt ble­chen, oder so.

6 thoughts on “Wie ich das erste Mal bei einer Maniküre war.

  1. Meine Nägel sind zum Glück sta­bil und ich kann sie komi­scher­weise auch recht gut fei­len. Das Lackie­ren ist aber auch bei mir immer so ’ne Sache. Gene­rell male ich die Nagel­haut vor allem an der lin­ken Hand gerne mit an.
    Ich war bis­her auch noch nie bei der Mani­küre. Ich mach das alles sel­ber. Also, alles heißt: fei­len und gaa­anz sel­ten lackie­ren. Stinkt das eigent­lich, wenn die die­ses Gel auf­tra­gen? Weil, Nagel­lack duf­tet ja nicht gerade und am liebs­ten würde ich die ganze Zeit die Luft anhal­ten. Das allein ist schon ein Grund, das nicht regel­mä­ßig zu machen.
    Viel­leicht gönne ich mir ja auch mal so ne Mani­küre, wenn ich hei­rate. Wenn ich nicht so gei­zig wäre.

  2. Ich habe mir ein­mal Gel-Nägel machen las­sen und konnte damals nicht mal mehr ein Geld­stück vom Tisch auf­he­ben (weil die Nägel dicker waren). Das ging mir so an die Ner­ven, dass ich das nach den 6 Wochen, die es gut aus­sah, dann ein­fach wie­der abge­feilt habe. Dann hatte ich ewig dünne Nägel. >.<
    Vor der Hoch­zeit war ich 3 mal zur Mani­küre und habe mir die Nägel ein­fach nur nett in Form brin­gen und dezent lackie­ren las­sen. Damit fühlte ich mich am »gro­ßen Tag« ganz wohl.
    Mitt­ler­weile habe ich täg­lich den »Micro­cell 2000«-Lack (hell­tür­kis) drauf. Der här­tet die Nägel und wirkt bei mir Wun­der. In Situa­tio­nen, wo mir der Nagel eigtl. bis zur Hälfte abge­bro­chen wäre (auf die Tisch­kante sto­ßen oder hän­gen blei­ben), pas­siert fast nichts mehr. :) Ich benutze den auch als Unter­lack oder eben solo.
    Falls man merkt, dass ich begeis­tert bin: Dem ist wirk­lich so. Und nein, ich werde nicht dafür bezahlt. xD 

    Für die Hoch­zeit sind Gel-Nägel so sicher erst mal eine feine Sache. Aber falls du danach eine Lösung suchst: Ich kann den sehr emp­feh­len. ;)

  3. Die sehen aber wirk­lich schön aus die Nägel und die Hände! Ich hatte ein­mal zu mei­nem Geburts­tag (kP wel­cher, ich glaub 19) mir die Nägel in so einem Asia-Stu­dio machen las­sen und es war grau­en­haft! Grau­en­haft! Das Gefühl war schreck­lich und irgend­wann brach mir eine Uni-Komi­li­to­nen einen ein­fach ab und dar­un­ter war nur kaput­tes Zeug, das hat über 6 Monate gedau­ert eh die Nägel wie­der gesund nach­ge­wach­sen waren. Wär mir auch zu teuer der Mist.

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