Zehn Dinge, die ich nicht kann.

Was ich nicht kann

Uli schrieb vor gefühl­ten eine Mil­lio­nen Jah­ren einen Bei­trag über das Unper­fekt­sein, bezie­hungs­wei­se Din­ge, die sie nicht kann. Die­ses Stöck­chen griff sie von Kat­ja auf, die das Stöck­chen ins Leben rief. Und ich mach das jetzt auch, ein­fach so.

Beim dem The­ma Nicht-Kön­nen geht es hier einer­seits um Din­ge, die man tat­säch­lich nicht kann, weil man dazu die Fähig­kei­ten nicht hat, oder eben um Din­ge, die man nicht tun kann (oder möch­te), weil … es einen tie­fe­ren Grund dafür gibt, oder so.

Also. Butter bei die Fische – was ich nicht kann:

Logisch den­ken. Ich lie­be logi­sche Din­ge, weil sie nach­ge­wie­sen und begrün­det sind. Ich moch­te natur­wis­sen­schaft­li­che Fächer total ger­ne; Mathe, Phy­sik, Che­mie. Wenn ich in Fächern ver­sag­te, lag das eigent­lich zu 90 Pro­zent an mei­ner Faul­heit; in die­sen Fäl­len war das aber tat­säch­lich rei­ne Talentlosigkeit.
Ich weiß noch, als ich frei­wil­lig in der 13. Klas­se »Daten­ver­ar­bei­tung« wähl­te (Soft­ware­pro­gram­mie­rung in Visu­al Basic) und zwi­schen die­sen gan­zen begab­ten Hob­by­pro­gram­mie­rern saß. Wäh­rend ich erfolg­reich ver­such­te, kei­ne End­los­schlei­fe zu pro­gram­mie­ren, hat­ten die schon ein neu­es Betriebs­sys­tem erfun­den und umge­setzt. Das war so depri­mie­rend, dass ich sogar beschloss, mein münd­li­ches Abi in die­sem Fach abzulegen.

Dis­kus­sio­nen führen/Dinge anspre­chen. Ich has­se es, erns­te Gesprä­che über eine Sache zu füh­ren oder jeman­den auf etwas anzu­spre­chen, das mich stört. Ande­re machen das mit einer Selbst­ver­ständ­lich­keit, die ich beein­dru­ckend fin­de, ich füh­le mich dabei wahr­schein­lich sogar noch unwoh­ler als der­je­ni­ge, der mir gegen­über sitzt und von mir kri­ti­siert wird.

Mir Din­ge mer­ken. Es ist echt erstaun­lich, was sich Men­schen so mer­ken kön­nen: Geschichts­da­ten, Fak­ten, Argu­men­te, Zah­len. Ich gehö­re nicht dazu. Des­we­gen bin ich argu­men­ta­tiv und bei Quiz­du­ell ein­fach eine Nie­te. (Dafür kann ich mir eine Mil­lio­nen Song­tex­te, mei­ne IBAN oder ICQ-Num­mer mer­ken – Prio­ri­tä­ten, my ass.)

Small­talk. Ich bin wahr­schein­lich einer der schlech­tes­ten Small­tal­ker ever, vor allem in gro­ßen Run­den. Nuff said.

Wer­fen. Der Mann meint, er sei froh, dass ich nie­mals eine Hand­gra­na­te wer­fen muss, weil wir dann wahr­schein­lich alle ster­ben wür­den. Wie vie­le Hun­de-Werf­spiel­zeu­ge ich schon in Bäu­men oder Seen ver­senkt, oder wie vie­le Men­schen ich schon damit völ­lig unbe­ab­sich­tigt erschla­gen habe – ich habe auf­ge­hört zu zählen.

Versenktes Hundespielzeug
Demons­tra­ti­on mei­ner Unfä­hig­keit: Ver­senk­tes Wurf-Spielzeug.

Unsau­be­re Hän­de haben. Ja, das ist neu­ro­tisch. Ich has­se es, wenn mei­ne Hän­de schmut­zig sind, des­halb fas­se ich damit meis­tens nichts »Schmut­zi­ges« an oder wasche mir danach asap die Hän­de. Wenn jemand Öl anfasst und dann mit öli­gen Hän­den einen Tür­griff anfasst, ster­be ich inner­lich tau­send Tode und ver­su­che, die­se Klin­ke nie­mals anzu­fas­sen. Und über­haupt: Din­ge mit den Hän­den essen – ein abso­lu­te No-Go! Da fasst man den Bur­ger an und danach sein Glas und dann ist alles ekel­haft ver­pappt, ölig und schmut­zig. Bäh! Der Gip­fel der Ekel­haf­tig­keit ist, sich die Hän­de ein­cre­men zu müssen.

Ruhig blei­ben. Ich rege mich schnell auf. Lei­der. Das Schlimms­te dar­an: Über Din­ge, die es meis­tens gar nicht wert sind, sich auf­zu­re­gen. Das kam erst in letz­ter Zeit auf und ich hof­fe, dass es irgend­wann wie­der weg geht. Das ist wirk­lich eine Eigen­schaft an mir, die ich total schreck­lich fin­de. Ich bewun­de­re aus­ge­gli­che­ne Men­schen, sie sind mein Vorbild.

Roman­tisch sein. Ich hal­te nicht viel von klas­si­scher Roman­tik mit Ker­zen­kram, Valen­tins­ta­gen oder den typi­schen Din­gen, die in Lie­bes­fil­men vor­kom­men. Ich kann das auch nicht. Wenn ein Hauch von Roman­tik in mei­nem Leben auf­taucht, ver­su­che ich sie im Keim zu ersti­cken – irgend­wie kann ich das näm­lich über­haupt nicht ertra­gen. (Weiß gar nicht, wie ich mei­ne Hoch­zeit rum­krie­gen soll.)

Lügen. Ich bin der schlech­tes­te Lüg­ner der Welt. Ent­we­der muss ich dabei lachen oder ich erzäh­le irgend­ein wir­res Zeug, das gar kei­nen Sinn macht, wo wir wie­der beim ers­ten Punkt wären: die feh­len­de Logik. Aber wahr­schein­lich ist das eher ein gutes Nicht-Kön­nen.

Lus­tig sein. Geht nur schrift­lich. Ich bin so unlus­tig und auch noch die­je­ni­ge, die als Ein­zi­ge über ihre Wit­ze lacht, mega­pein­lich. Wenn dann jemand tat­säch­lich mit mir lacht, dann nur, weil er auf dem Weg nach oben auf mei­nem Wit­ze-Niveau­le­vel ste­cken blieb.

Natür­lich darf man sich an die­sem – wie ich fin­de, wun­der­vol­len – Stöck­chen bedie­nen und sich sel­ber mal fett run­ter­ma­chen. You’re welcome!

8 Comments

  1. Haha – war mir ja eigent­lich schon alles bekannt und ich glau­be so haben wir uns auch ken­nen gelernt (in live) bei einem nicht vor­han­de­nen Small­talk – davon erzäh­le ich heu­te noch :-)

  2. Das mit den unsau­be­ren Hän­den geht mir abso­lut genau­so. Öli­ge Fin­ger oder Hand­flä­chen sind mein neu­ro­ti­scher Hor­ror und ich creme mich daher auch nie ein. Gut zu wis­sen, dass es ande­ren Men­schen auch so geht.

  3. Schön, dass du auch mit­ge­macht hast. Ich fin­de es wirk­lich toll, dass so vie­le zu ihrem »Unper­fekt­sein« stehen. :)
    Das »Din­ge mer­ken« ist auch so eine Sache. Ich nei­ge auch zur Ver­gess­lich­keit und auch wenn ich bei Quiz­du­ell da manch­mal sit­ze und mir den­ke »die Fra­ge hat­test du schon«, tip­pe ich garan­tiert wie­der die fal­sche Ant­wort an, weil ichs ein­fach nicht mehr weiß. >.<
    Und öli­ge, schmie­ri­ge Hän­de sind wirk­lich ätzend. Ich creme mir eigtl. nur zum Schla­fen gehen die Hän­de ein, weil ich dann nichts mehr anfas­sen muss. ;)

    • Jenny

      Ha ja. :)

      Die Quiz­du­ell-Pro­ble­ma­tik ken­ne ich auch, vor allem wie­der­ho­len sich die Fra­gen gefühlt echt oft.

  4. Wer­fen kann ich auch nicht. In der Schu­le moch­te ich zwar Brenn­ball ganz ger­ne, aber nur wegen des Ren­nens. das Wer­fen war immer der tri­cki­ge Teil. 

    Auch im Punkt Roman­tik sind wir uns wohl ähn­lich. Find ich gut. ;)

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