Ausgemistet.

Ges­tern Abend dach­te ich mir, ich könn­te mei­ne gan­zen Umzugs­kis­ten in unse­rem Schlaf­zim­mer (»Stel­len wir die hier mal ab, da stört es am wenigs­ten!«) end­lich mal aus­räu­men. Das woll­te ich genau genom­men schon so lan­ge machen, wie die Kis­ten im Schlaf­zim­mer her­um­ste­hen. Also qua­si fast ein Jahr, seit dem Ein­zug. In dem Tem­po, in dem ich mei­ne Plä­ne umset­ze, kann man froh sein, dass ich kei­ne Groß­pro­jek­te leite.

Ich pack­te mei­ne Kis­ten also aus und glie­der­te mei­nen Inhalt in:

  • Brauch ich nicht, kommt in den Müll.
  • Brauch ich nicht, ist aber zu scha­de, um es weg­zu­wer­fen, mal schau­en, wer es noch braucht.
  • Räu­me ich auf. Irgend­wo­hin. Teils in den Kel­ler, teils »wohin genau weiß ich noch nicht«.

Wit­zi­ger­wei­se habe ich in dem Pro­zess des Sor­tie­rens fest­ge­stellt, dass ich echt wenig besit­ze. Ich habe irgend­wann mal alles, was ich nicht brau­che, ein­fach raus­ge­schmis­sen, weil nimmt zu viel Platz weg, muss ich bald wie­der umzie­hen oder sieht zwar schick aus, braucht aber kei­ne Sau (ein Fächer mit Pfau­en­mus­ter bei­spiels­wei­se). Ich hab neu­lich mal Bil­der von mei­ner ers­ten Woh­nung von vor sie­ben Jah­ren ange­schaut: Da stand so viel über­flüs­si­ge Deko rum, man hät­te dar­aus auch einen Floh­markt für Häss­li­ches machen können.

In den Müll kam erstaun­lich wenig, dabei dach­te ich erst, dass dort das meis­te lan­det. In Wirk­lich­keit hät­te der gel­be Sack als gel­ber Sack tat­säch­lich mehr Sinn gemacht, weil er jetzt genau ein fünf­tel voll mit allem mög­li­chen Müll ist. Von dem Zeug, das zu scha­de zum Weg­wer­fen ist, ist unter ande­rem ein Wecker dabei, ein Tee­licht-Set und ein altes MacBook-Ladekabel.
Und für alles, was ich sonst so habe, aber nicht weiß, wo unter­brin­gen, muss ich noch ein geeig­ne­tes Plätz­chen suchen, weil der Mann die gan­zen Rega­le und Schub­la­den für sein Zeug bean­sprucht. Dabei könn­te er sich da mal ein Bei­spiel an mir neh­men – da ist sicher­lich auch jede Men­ge Ramsch dabei, den man wahr­schein­lich weg­schmei­ßen könn­te. Jeden­falls wüss­te ich spon­tan nicht, wer regel­mä­ßig getrock­ne­te Blät­ter von einem Ahorn­baum in einer Klar­sicht­fo­lie in sei­ner Schub­la­de bräuchte.

Fakt ist, dass man, je weni­ger man hat, sich umso bes­ser fühlt mit dem weni­gen, das man besitzt. Des­we­gen habe ich die gan­zen Umzugs­kis­ten, die leer wur­den, oben drauf noch für lau ver­ramscht. Über Face­book. Funk­tio­niert inzwi­schen bes­ser als die Sperr­müll-Sei­te. Ein wei­te­rer Gewinn sind die wahr­schein­lich fuff­zig Qua­drat­me­ter mehr Platz, die ich jetzt unter­ver­mie­ten könnte.

Next level ist übri­gens mein Klei­der­schrank, der auch nur noch aus­reicht, weil ich im Tet­ris­spie­len so gut bin. Und, ach ja: Wer Inter­es­se an einem weih­nacht­li­chen Tee­licht-Set hät­te, kann mir ger­ne eine E-Mail schreiben.

8 Comments

  1. R.

    Ich gehe mit und erhö­he um drei klei­ne Deko-Plas­tik­pf­länz­chen in Silbertöpfen.

    Mei­ne nächs­te Ent­rüm­pe­lung steht in der Küche an. Was sich da an unsin­ni­ges Zeug ange­sam­melt hat. Man, man man …

  2. Könn­te ich auch mal wie­der machen, bin aber dezent zu faul. Kla­mot­ten­mä­ßig hab ich mich vor kur­zem von paar aus­ge­lei­er­ten und kaput­ten Din­gen getrennt :) Also ja…

    Ich weiß aber was du meinst mit dem Gefühl, hat­te ich auch bei mei­nen letz­ten Umzü­gen, wenn ich mehr Blaue Säcke weg­trug als Umzugs­kis­ten :D

  3. Die Kate­go­ri­sie­rung find ich gut. Mein Pro­blem ist nur, dass die ers­te Kate­go­rie fast nicht exis­tiert. Das lan­det dann alles in der »ICH brauch es nicht, aber weg­schmei­ßen?!« – nur dass ich das nie beson­ders erfas­se oder gar kon­kret jeman­dem anbie­te. Und so nimmt das Schick­sal sei­nen Lauf…

    Wobei es bes­ser gewor­den ist. Hab bei jedem Umzug eini­ges weg­ge­schmis­sen. Aber das aller­meis­te davon war Papier. Zu einem gro­ßen Teil alte Skrip­te usw. von der Uni.

  4. Ich hät­te gern das Teelicht-Set … 

    OK, Spaß bei Sei­te: Kann das gut nach­voll­zie­hen, wie ange­nehm es ist, wenig Zeug zu haben. Eine Zeit lang, pass­te mein kom­plet­ter Umzug in einen Ford-Fies­ta. War aller­dings auch eine Zeit, in der ich ziem­lich häu­fig umge­zo­gen bin. Schlimm fin­de ich ande­rer­seits, wie schnell man wie­der Zeug anhäuft, wenn man eine Wei­le nicht die Woh­nung wech­selt. Geht jeden­falls mir so. Wenn Du da ein Geheim­re­zept hast, her damit!

    • Jenny

      Ich mis­te meis­tens ein Mal im Jahr aus, wenn es mich mal über­kommt. Hab so so ’nen inne­ren Antrieb, ganz praktisch.

  5. Ich hän­ge per­ma­nent zwi­schen »Ich möch­te nicht, dass mein Zim­mer voll­ge­stopft wirkt.« und »Wenn das Regal leer ist, sieht es so unge­müt­lich und unbe­wohnt aus.« fest.

    Es gibt Din­ge, die muss ich ein­fach phy­sisch um mich haben, aber ich ver­su­che, rea­lis­ti­sche Maß­stä­be anzu­set­zen. Zum Bei­spiel könn­te ich die Natio­nal Geo­gra­phic oder GEO nicht digi­tal lesen. Dar­um habe ich auch einen Regal­bo­den voll damit – kau­fe zur­zeit aber kei­ne neu­en Aus­ga­ben (oder nur unter stren­gen Bedin­gun­gen), weil der Platz fehlt.
    Bücher kann ich ziem­lich gut digi­tal lesen und dar­um stel­le ich mir immer häu­fi­ger die Fra­ge: Möch­te ich es dau­er­haft ins Regal stel­len? Mei­ne vol­len Bücher­re­ga­le gehö­ren zu mir als Mensch, auch wenn ich mich bei jedem Umzug dafür hasse.

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