Tagebuch: Montag, 29. Januar 2018 – Der Beginn

Neu­lich ist mir wie­der ein­ge­fal­len, dass ich ja einen Blog habe. Weiß nicht, wie mir das ent­fal­len konn­te, schließ­lich betrei­be ich das Blog­gen offi­zi­ell ja schon seit fast 14 Jah­ren. Nun ja, um ehr­lich zu sein, fing das alles Ende letz­ten Jah­res an (mein beschis­sens­tes Jahr seit lan­gem, muss man dazu sagen). Also, dass ich die Nase voll hat­te. Eigent­lich von ziem­lich allem; dem vie­len Krank­sein und dann Soci­al Media und dem Leben an sich. Also hab ich mir da mal eine klei­ne Aus­zeit genom­men, es aber ver­misst, etwas von den lie­ben Men­schen mit­zu­be­kom­men, die mir teil­wei­se so ans Herz gewach­sen sind – manch­mal, ohne dass ich sie jemals getrof­fen habe. Da hab ich wie­der ange­fan­gen, die Blogs in mei­nem Reader zu lesen. Und das sind inzwi­schen lei­der nicht mehr sehr viele. 

Auf zwei Blogs kann ich mich hin­ge­gen immer ver­las­sen: die von Anke und Vanes­sa. Ich mag die­se Blogs, weil sie völ­lig frei und unge­zwun­gen geschrie­ben sind und die Bei­den mich durch ihren All­tag mit­neh­men. Das ist schön. Und weil mir Soci­al Media doch schon fehlt, aber irgend­wie auch nicht – ich aber sehr mit­tei­lungs­be­dürf­tig bin, möch­te ich das auch wie­der aufgreifen.

Ich habe wie­der mit dem Lau­fen ange­fan­gen. (Ja, das mache ich öfters.) Das habe ich die letz­ten Wochen und Mona­te eher stief­müt­ter­lich behan­delt, ein­fach, weil ich dazwi­schen immer wie­der krank gewor­den bin und na ja, krank sein und immer wie­der »neu« mit dem Lau­fen anzu­fan­gen ist ein­fach kacke. Man muss das Kind mal beim Namen nen­nen: mit dem Lau­fen anzu­fan­gen ist grund­sätz­lich kacke. Man rennt die ers­ten 200 Meter, denkt, man sei der König der Welt, bis man merkt, dass die eige­ne Kon­di­ti­on nach 800 Metern echt am Arsch ist. Dann fühlt man sich nicht mehr wie der König der Welt. Eher so am ganz unte­ren Ende der Nah­rungs­ket­te. Ich ver­mu­te, das ist auch der Grund, wes­halb so vie­le Men­schen ein, zwei Mal das mit dem Lau­fen pro­bie­ren und dann sagen, dass sie so eine Schei­ße nicht machen wollen.

Ich bin von Natur aus weder ath­le­tisch noch ehr­gei­zig, was Sport betrifft. Ich moch­te die Bewe­gung immer, weil es mir den Kopf frei macht und es mir bes­ser ging. Letz­te­res war auch der Grund, wes­halb ich wie­der begon­nen habe (neben den BHs, die mir zu klein gewor­den sind).

Letz­ten Sams­tag lief ich die ers­ten drei Kilo­me­ter, hat­te am nächs­ten Tag übels­ten Mus­kel­ka­ter und sah aus, als hät­te ich den Mount Ever­est bestie­gen. (Off­topic: Ich bin nach dem Sport immer knall­rot und des­halb ist mein Nach-Sport-Gesicht ver­mut­lich auch der häss­lichs­te Zustand, in dem ich mich befin­den kann.)
Ges­tern lief mei­ne zwei­te Drei-Kilo­me­ter-Run­de schon bes­ser, nur das mit dem roten Gesicht war nicht wesent­lich anders. Ich stand schwit­zend an der Ampel, eine Frau neben mir nick­te mir aner­ken­nend zu und fing plötz­lich an, mit mir zu reden. Das über­rasch­te mich. Schließ­lich sind wir hier im Schwa­ben­land und alle sind höchst unkon­takt­freu­dig. »Anstren­gen­de Run­de, was? Ich lau­fe auch manch­mal.« Ich nick­te und tat völ­lig über­wäl­tigt. Sie nick­te vol­ler Respekt. Aus den iPho­ne-Laut­spre­chern tön­te: »Gelau­fe­ne Distanz: drei Kilo­me­ter. Zeit: 21 Minu­ten und acht Sekunden.«

Das hat es noch wür­de­lo­ser gemacht, als es eh schon war.

Am spä­ten Nach­mit­tag dann die bes­se­re Hälf­te von einem Kun­den­ter­min abge­holt. Zu Abend gab es Pas­ta in Weiß­wein-Soße und Gemü­se; für den Mann inklu­si­ve Shrimps. Eine Fol­ge Black Mir­ror geschaut (»Wal­do« – emp­fand ich als eine der schlech­tes­ten Epi­so­den über­haupt), mei­ne Hay Day-Farm ver­sorgt und eine Run­de Toy Defen­se gezockt. 

Ewig lan­ge über­legt, ob es »All­tags­schnip­sel vom Mon­tag« oder »All­tags­schnip­sel von Mon­tag« heißt. Für immer Schwabe. 

Zusam­men eingeschlafen.* 

* Die­sen Satz habe ich ganz frech von Anke geklaut.

15 Comments

  1. Wie schön das du wei­ter machst :)

  2. Anfan­gen ist oft schwer. Wie­der anfan­gen noch schwe­rer. Aber Glück­wunsch, du hast es mal wie­der geschafft.

  3. Mit dem Lau­fen bist du schon einen deut­lich grö­ße­ren Schritt wei­ter als ich.
    Ich zie­he mei­nen Hut!

    Chris­tia­ne, deren Lauf­schu­he gut ver­steckt irgend­wo in der Woh­nung rumfliegen

  4. Jo

    Haupt­sa­che du schreibst wie­der. Egal was :) Soci­al Media ver­misst dich auch

  5. Hast du schön geschrie­ben. Und ganz ehr­lich: Hier ist seit der Gehirn­er­schüt­te­rung auch nur noch schei­ße. Ich bie­te +30 kg, auf­ge­hört zu lau­fen, alle zwei Tage Kopfschmerzen… 

    Von daher bewun­de­re ich selbst sei­ne drei Kilo­me­ter. Bei mir waren es heu­te 200m und »Nee, ich kann nicht lau­fen, wenn ich so fett bin.«

    Lie­be Grüße

    • Jenny

      200 Meter sind halt auch immer noch mehr als gar nichts. Und das mit den gesund­heit­li­chen Pro­ble­men geht auch vor­bei – ganz sicher.

  6. saraha

    juhu­uu . die jen­ny ist wie­der da :)
    hab dich dei­ne tex­te und all­tags­ge­schich­ten schon vermisst .!

    schön gleich in dei­ne tage schnup­pern zu dürfen .
    und mach dir nix aus den klei­nen lau­fe­rei­en . viel wich­ti­ger dein gegen­be­weis der kon­takt­un­freu­di­gen (oder sagt unkon­takt­freu­di­gen – dar­über hab ich noch nie nach­ge­dacht^^) schwa­ben :D

    lg dei­ne höchst erfreut verzückte
    lese­rin ;D

    • Jenny

      Jetzt wo du kon­takt­un­freu­di­g schreibst, klingt mei­ne Vari­an­te sehr falsch.

      Und: Schön, dass Du auch wie­der da bist!

  7. Aller Anfang ist schwer, aber irgend­wo muss man ja anfangen!

    Mache ja gera­de eine Soci­al Media Pau­se und ver­mis­se es auch von ande­ren zu lesen unter ande­rem von dir…da dach­te ich, ich schau mal vor­bei auf dei­nem Blog und schwupps gibts neue Inhal­te. Ich freu mich! <3

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